Deutsche Bank
Flüchtlinge als Konjunkturbeschleuniger

Wachstumstreiber oder Wohlstandsbremse? Wie wird sich der Flüchtlingsstrom auf Deutschland auswirken? Für Experten liegt auf der Hand: Die Zuwanderung bringt Vorteile und wirkt wie ein Konjunkturbeschleuniger.

BerlinInmitten des politischen Streits über die Bewältigung der Flüchtlingskrise melden sich Ökonomen zu Wort, die sich bei dem Thema nicht als Schwarzmaler präsentieren, sondern vielmehr die Vorteile des Migrantenzustroms in den Vordergrund rücken.

So geht die Deutsche Bank etwa davon aus, dass die Neuankömmlinge das deutsche Wirtschaftswachstum beschleunigen werden. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2016 um 1,9 Prozent wachsen, nach 1,7 Prozent im laufenden Jahr, sagte Stefan Schneider, Chef-Volkswirt des Geldhauses am Mittwoch in Frankfurt. Ein Viertel Prozentpunkt davon entfalle auf die staatlichen Ausgaben zur Versorgung der Flüchtlinge.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nennt in seinem aktuellen Konjunkturbarometer ebenfalls die Flüchtlinge als positiven Faktor. Getragen werde die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland derzeit von den Dienstleistungsbereichen, die auch vom dynamischen privaten Verbrauch profitieren. Da die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte „spürbar“ steigen, dürfte der Konsum „merklich“ zulegen, sagte Simon Junker, DIW-Experte für die Konjunktur in Deutschland. Hinzu komme „die zusätzliche Nachfrage, die die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge persönlich entfalten, sowie diejenige im Zusammenhang mit deren Unterbringung, Versorgung und Integration“.

Das Statistische Bundesamt sieht ebenfalls einen positiven Flüchtlingseffekt – dank der staatlichen Flüchtlingshilfe und der Kauffreude der Verbraucher. Zwischen Juli und September stieg das Bruttoinlandsprodukt zwar mit 0,3 Prozent etwas langsamer als zuletzt, teilte die Behörde am Dienstag mit und bestätigte damit eine Schätzung von Mitte November. Grund war der schwächelnde Außenhandel wegen der mauen globalen Konjunktur. Für Impulse sorgten aber die Ausgaben des Staates, die mit 1,3 Prozent so stark stiegen wie seit den Konjunkturpaketen 2009 nicht mehr.

„Natürlich spielen die Flüchtlingskosten da mit rein“, sagte ein Statistiker der Nachrichtenagentur Reuters. „Das sind die ersten Auswirkungen, die sich im Staatskonsum bemerkbar machen.“ Auch die Bürger kurbelten mit ihrer Kauflaune das Wachstum spürbar an.

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