Deutsche Bundesbank: Inflationsrate im Januar wohl über zwei Prozent

Deutsche Bundesbank
Inflationsrate im Januar wohl über zwei Prozent

Die Inflationsrate dürfte laut Bundebank auch in diesem Monat kräftig zulegen. Schon im Dezember war der Anstieg der Verbraucherpreise so hoch wie lange nicht mehr - das sorgt für Kritik.
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BerlinGestiegene Benzinpreise dürften die deutsche Inflationsrate laut Bundesbank zu Jahresbeginn erstmals seit 2012 über die Marke von zwei Prozent treiben. „Aufgrund des zuletzt deutlichen Anstiegs bei täglichen Durchschnittspreisen für Mineralölprodukte könnte die Rate im Januar gut zwei Prozent erreichen“, schreibt sie in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Die EZB strebt Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent an, die sie als ideal für die wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone sieht.

Im Dezember waren die Verbraucherpreise mit 1,7 Prozent zum Vorjahresmonat so kräftig gestiegen wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr, wozu ebenfalls vor allem teurere Energie sorgte. Das Ölkartell Opec und andere Förderländer hatten sich im Herbst auf Produktionskürzungen geeinigt, um den Preis für den Rohstoff hochzutreiben.

Wegen der steigenden Inflation gibt es wachsende Kritik aus Deutschland an der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Deren Präsident Mario Draghi will jedoch nicht umsteuern: „Niedrige Raten sind jetzt erforderlich, um in der Zukunft höhere zu haben. Die Erholung der gesamten Euro-Zone liegt im Interesse aller, auch von Deutschland.“ Im Dezember lag die Inflationsrate im Währungsraum mit 1,1 Prozent noch deutlich unter dem EZB-Ziel. Professionelle Beobachter gehen erst für 2021 davon aus, dass die Teuerungsrate mit 1,8 Prozent wieder nahe am angestrebten Niveau liegen wird.

Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft weiter im Aufwind. Die Perspektiven für die Industrie seien angesichts gut gefüllter Auftragsbücher „günstig“, die für die Bauindustrie sogar „sehr günstig“. Das Bruttoinlandsprodukt war 2016 mit 1,9 Prozent so kräftig gestiegen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Für dieses Jahr rechnet die Bundesbank mit einem ähnlich robusten Wachstum.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Jetzt muss Schäuble ran. Denn Draghi hält Kurs. Unbeirrt. Den meisten von uns dämmert allmählich, was kluge Menschen schon lange wussten: Ohne Transferunion funktioniert der Euro nicht. Aber wir haben die Wahl zwischen zwei Varianten unserer Hilfen. Derzeit leistet Deutschland seine Transfers zu einem guten Teil über verschleierte und unfaire Beiträge der Sparer. Diese vor allem werden einseitig herangezogen, um defizitäre Staaten und kriselnde Banken über Wasser zu halten. Die bessere Alternative wäre freilich, unsere Transferlasten endlich transparent zu machen und gerecht auf möglichst viele zu verteilen. Das kann nur über das Steuer- und Subventionssystem gelingen. Konkret: Anstatt nominale Sparerträge zu versteuern, sollten Sparer künftig Zulagen erhalten, die wenigstens ihre realen Vermögensverluste ausgleichen. Schäuble sollte Draghis Angriff auf unser Geld nicht länger tatenlos zusehen! Die geldpolitische Geisterfahrt der EZB wird bei steigender Inflation immer weniger hinnehmbar. Sie droht zu politischen Verwerfungen zu führen.

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