Deutsche Industrie
Aufschwung in Euro-Zone bringt Profit

Die Aufträge für deutschen Unternehmen stiegen im September überraschend um 1,0 Prozent und spiegeln das gute Wirtschaftsklima wieder. Doch während die Nachfrage aus der Euro-Zone anzieht, schrumpft sie im Rest der Welt.
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BerlinDie Auftragsbücher der deutschen Industrie haben sich im September wegen der starken Nachfrage aus der Euro-Zone überraschend gefüllt. Bei den Unternehmen gingen 1,0 Prozent mehr Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Ökonomen hatten hingegen einen Rückgang von 1,5 Prozent erwartet, nach einem kräftigen Wachstum von 4,1 Prozent im August. „Die Bestelltätigkeit hat sich auf hohem Niveau weiter erhöht“, erklärte das Ministerium.

Dafür sorgte das boomende Geschäft mit den anderen Euro-Ländern. Dort zogen die Bestellungen um 6,3 Prozent an, während sie aus dem restlichen Ausland um 1,0 Prozent abnahmen. Die Nachfrage aus dem Inland schrumpfte um 0,1 Prozent. „Exporteure profitieren insbesondere von der fortgesetzten wirtschaftlichen Erholung in der Euro-Zone“, sagte Ökonomin Sophia Krietenbrink vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Dort ist das Wirtschaftsklima so gut wie seit 17 Jahren nicht mehr, wie das Ifo-Institut bei seiner Expertenumfrage herausfand. Das Barometer stieg im vierten Quartal um 1,8 auf 37,0 Punkte. Die Experten schätzten die Lage deutlich besser ein, die Aussichten jedoch etwas schlechter. „Demnach wird sich der Aufschwung im Euro-Raum in den kommenden Monaten fortsetzen“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Allerdings dürfte sich das Tempo des aktuellen Aufschwungs etwas abschwächen.“

Die deutsche Wirtschaft dürfte im zurückliegenden dritten Quartal ähnlich stark gewachsen sein wie im Frühjahr mit 0,6 Prozent. „Die Industrie bestätigt einmal mehr ihre konjunkturelle Zugkraft“, sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. „Sie wird das Wirtschaftswachstum auch im laufenden Quartal befeuern.“ Das Statistische Bundesamt veröffentlicht kommende Woche eine erste Schätzung für das Abschneiden im dritten Quartal.

Gefragt waren im September vor allem Investitionsgüter wie Maschinen und Fahrzeuge: Hier wuchsen die Aufträge um 4,9 Prozent. Bei Vorleistungen wie Chemikalien gab es einen Rückgang um 4,0 Prozent. Bei Konsumgütern fielen die Bestellungen 2,8 Prozent schwächer aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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