Deutschland schwächelt: Industrie der Euro-Zone legt zu

Deutschland schwächelt
Industrie der Euro-Zone legt zu

Die Industrie der Euro-Zone erholt sich: Der Einkaufsmanager-Index für die Euro-Zone stieg im Januar zuletzt an. Das Barometer für Deutschland sinkt hingegen. Auch China schwächelt bereits im zweiten Monat in Folge.
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Brüssel/AthenDie Industrie in der Euro-Zone hat sich zum Jahresanfang leicht erholt. Die Betriebe sammelten mehr Aufträge ein, fuhren die Produktion hoch und stellten etwas mehr neues Personal ein, wie das Markit-Institut am Montag zu einer Umfrage unter rund 3000 Firmen mitteilte.

Wegen des drastischen Verfalls des Ölpreises sanken die Einkaufspreise der Unternehmen so stark wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. In der Folge senkten die Firmen ihrerseits die Preise für Kunden. „Der Deflationsdruck hat weiter zugenommen“, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Um einen konjunkturschädigenden Preisverfall auf breiter Front zu verhindern und die Wirtschaft anzukurbeln, hatte die Europäische Zentralbank (EZB) jüngst den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren angekündigt.

Williamson sprach von einem insgesamt "enttäuschend niedrigen Wachstum" im Januar. Der Einkaufsmanager-Index für die Industrie stieg zum Dezember um 0,4 auf 51,0 Punkte. Das Barometer signalisiert bei Werten über 50 Zählern Wachstum. Die Daten stützten die Entscheidung der EZB, Bonds im Umfang von gut 1,1 Billionen Euro zu kaufen, sagte der Markit-Chefökonom.

„Die EZB dürfte damit die Zuversicht der Unternehmen und Konsumenten sowie die Abwertung des Euro beflügeln.“ Ermutigend seien zwar positive Daten aus Irland, Spanien und den Niederlanden. „Jedoch hat in Deutschland, Frankreich und Italien eine weitgehende Stagnation eingesetzt.“

In Deutschland sank der Index um 0,3 auf 50,9 Punkte. Einige Betriebe sprachen von einer „mageren Exportnachfrage“. Vor allem die Aufträge aus Russland und Asien schwächelten demnach. Zudem kam der Beschäftigungsaufbau fast zum Erliegen. Laut Umfrage der hielten sich die Firmen auch wegen des neuen Mindestlohns mit Einstellungen zurück.

In Griechenland belastete die Unsicherheit vor der Wahl die Geschäfte der Industrie. Hier schrumpfte der Index im Januar so stark wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Nach sechs Jahren Rezession wächst die griechische Wirtschaft insgesamt wieder, die Arbeitslosenquote liegt aber immer noch bei fast 26 Prozent. Ende Januar gewann das Linksbündnis Syriza die Parlamentswahl. Syriza-Chef Alexis Tsipras ist inzwischen Ministerpräsident und lehnt die Sparauflagen der internationalen Geldgeber ab. Manche Experten befürchten, dass das Land seine Rechnungen bald nicht mehr begleichen kann, sollten keine weiteren Hilfen fließen. Auch ein Austritt aus der Euro-Zone wird teilweise für möglich gehalten.

Während sich die Industrie im Euro-Raum leicht erholte, schwächelte sie in China den zweiten Monat in Folge. „Die langsame - aber stetige - Abkühlung setzt sich fort“, sagte NordLB-Experte Frederik Kunze zum HSBC/Markit-Einkaufsmanager-Index, der trotz eines Anstiegs um 0,1 auf 49,7 Punkte unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern blieb.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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