
Deutschlands Wirtschaft ist nach Einschätzung des DIW-Instituts im auslaufenden Sommerquartal kaum noch gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte zwischen Juli und September nur um 0,2 Prozent gestiegen sein, erklärten die Berliner Forscher am Mittwoch.
Die Stimmung der Firmen habe sich durch die Unsicherheit wegen der Euro-Schuldenkrise merklich eingetrübt. "Die Unternehmen halten sich mehr und mehr mit Investitionen zurück", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. "Durch das neue Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte die Unsicherheit jedoch zurückgehen, und dann werden die Unternehmen wieder stärker das günstige Finanzierungsumfeld nutzen." Die EZB hatte angekündigt, sie werde unter Umständen Anleihen von Krisenländern kaufen, wenn diese den Euro-Rettungsschirm anzapfen und sich zudem Reformauflagen unterwerfen.
Trotz der getrübten Stimmung signalisierten die jüngsten Daten ein Anziehen der Konjunktur. "Die Industrie ist gut in das laufende Quartal gestartet, auch die Auslandsnachfrage hält sich stabil", erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). "Da sich die bis zuletzt gute Lage auf dem Arbeitsmarkt wohl nicht merklich verschlechtern wird, und die Löhne weiterhin kräftig zulegen, dürfte der private Konsum das Wachstum deutlich stützen." Davon profitierten die Dienstleister, die wohl auch im dritten Vierteljahr ihre Wertschöpfung ausweiten dürften.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden. "Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." Für 2014 geht das DIHK von einem Wachstum von mehr als einem Prozent aus.
Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, rechnet mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Er ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung.
Die Bundesregierung geht für 2013 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus.
Genau wie die Bundesregierung rechneten auch die "fünf Weisen" aus dem Sachverständigenrat zuletzt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Wegen des starken Einbruchs im vierten Quartal 2012 haben sie den Wert jedoch auf 0,3 Prozent mehr als halbiert.
Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose wurde die Schätzung um 0,7 Punkte zurückgenommen.
Optimistischer ist der Internationale Währungsfonds (IWF). Er sagte für 2013 ein Plus von 0,9 Prozent voraus - allerdings im Oktober.
Zum Lager der Optimisten gehört die EU-Kommission. Für Deutschland erwartet sie 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Das ist besser als die Erwartung für den Euroraum. Hier rechnet sie sogar mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Grund für die langsame Entwicklung sind die schlechte Binnennachfrage einiger Länder und große konjunkturelle Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.
Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsbericht vom Dezember für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll dies auf 1,9 Prozent steigen.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Damit hat es seine Erwartungen nach unten korrigiert. Zuvor war es von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 rechnet das DIW mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.
Das Münchner Ifo-Institut geht für 2013 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Die Spanne der Schätzung reicht von minus 0,6 bis plus 2,0 Prozent.
Zum Jahreswechsel dürfte sich die Weltwirtschaft laut DIW stabilisieren und allmählich Fahrt aufnehmen. "Davon werden die exportorientierten deutschen Unternehmen profitieren." Die heimische Wirtschaft war Anfang 2012 noch um 0,5 Prozent im Quartal gewachsen, im Frühjahr nur noch um 0,3 Prozent.

Absurde Prognosen wenn man sich die Unternehmensmeldungen ansieht. Titel bei der FTD heute: "Europas Autoindustrie vor Horrorjahr". Klingt nicht einmal ansatzweise nach Aufschwung.
Die EZB kann allenfalls die Anleihen-Zinsen etwas stabilisieren. Dann ist auch schon Schluss.
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