Draghi gerät unter Zugzwang: Inflation im Euro-Raum auf Vierjahres-Tief

Draghi gerät unter Zugzwang
Inflation im Euro-Raum auf Vierjahres-Tief

EZB-Chef Draghi sieht keinen Preisverfall auf breiter Front – doch die neuesten Inflationszahlen könnten ihn unter Zugzwang setzen: Die Teuerungsrate in der Euro-Zone ist auf den niedrigsten Stand seit Jahren gefallen.
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DüsseldorfDie Preise in der Euro-Zone steigen nur noch minimal und schüren damit Ängste vor einer gefährlichen Deflation. Die Inflationsrate in den 18 Staaten des Währungsraums fiel im März auf 0,5 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat am Montag mitteilte. Experten hatten mit einem Wert von 0,6 Prozent gerechnet.

Die Inflation ist damit so niedrig wie zuletzt im November 2009, als die Weltwirtschaft in der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg steckte. Insbesondere die zum Vorjahr um 2,1 Prozent gesunkenen Energiekosten dämpfen den Preisauftrieb. Dennoch dürfte die niedrige Inflation bei der Europäischen Zentralbank (EZB) vor der am Donnerstag anstehenden Zinssitzung die Alarmsirenen schrillen lassen.

Die EZB strebt eine Jahresteuerung von knapp zwei Prozent an und ist von diesem Ziel nun relativ weit entfernt. EZB-Chef Mario Draghi sieht den Euro-Raum vor einer längeren Phase niedriger Inflation, befürchtet jedoch keinen Preisverfall auf breiter Front. Eine solche deflationäre Spirale kann die Wirtschaft lähmen, wenn Verbraucher und Firmen sinkende Preise erwarten und Konsum- beziehungsweise Investitionsentscheidungen auf die lange Bank schieben.
Im November hatte die EZB den Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt und damit auf den niedrigen Preisauftrieb reagiert. Sie hat damit nur noch wenig Spielraum beim Leitzins, könnte jedoch auch mit dem Ankauf von Wertpapieren im großen Stil deflationären Gefahren begegnen.

Experten erwarten derweil keine rasche Reaktion der EZB. Die neuesten Inflationszahlen „dürften die Deflationsdebatte anheizen“, kommentierte Christoph Weil von der Commerzbank. „Aber eine Zinssenkung der EZB auf der Ratssitzung am Donnerstag halten wir für wenig wahrscheinlich. Denn schon im April wird die Inflationsrate wieder auf knapp ein Prozent steigen.“ Christian Schulz von der Berenberg Bank wies auf die schwierige Abhängung hin, die die EZB vornehmen müsse: „Die niedrige Inflationsrate wird die Spekulation weiter anheizen, dass die EZB am Donnerstag Maßnahmen zur Abwehr von Deflationsrisiken ergreifen könnte“, kommentierte Schulz. „Auf der anderen Seite hatten wir zuletzt starke Daten für das Geschäftsvertrauen in der Euro-Zone. Die konjunkturelle Erholung scheint sich zu verstärken, auch die Einzelhandelsdaten aus Deutschland sprechen dafür“. Die EZB müsse nun abwägen zwischen der Stärke der Erholung und den Ängsten vor zu niedriger Inflation. „Wir glauben, dass sie sich für die starke Erholung entscheidet und glauben, dass sie sich für die starke Erholung entscheidet und am Donnerstag still halten wird.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Draghi gerät unter Zugzwang: Inflation im Euro-Raum auf Vierjahres-Tief"

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  • … und weil so viele nur das können, was ca. 2,5 Milliarden Chinesen und Inder können, müssen wir noch ebensolche Hungerlöhner aus Bulgarien und Rumänien anwerben. Sie tun mir nicht einmal leid, FlashGordon, sind Sie Unternehmer in der Gebäudereinigungs-Branche?

  • Wo sind die 0,5% Inflation? Die Kosten des täglichen Lebens sind massiv gestiegen, da muß ALDI noch mehr als eine Preissenkungsrunde einläuten

  • "Die Inflationsrate in den 18 Staaten des Währungsraums
    fiel im März auf 0,5 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat am Montag mitteilte."

    Ok und der Wetterdienst meldet eine mittlere Temperatur in Europa von 10 Grad. Welche Aussagekraft hat dieser Mittelwert bei der gegebenen Heterogenität der Zone?

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