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Dritter Rückgang in Folge: Einzelhandel setzt weniger um

Entgegen den Erwartungen von Ökonomen ist der Umsatz im deutschen Einzelhandel im Juni gegenüber dem Vormonat gefallen. Der Umsatz aber immer noch deutlich über dem Vorjahresniveau.

Menschen laufen in der Königstraße in Stuttgart an Geschäften vorbei. Quelle: dpa
Menschen laufen in der Königstraße in Stuttgart an Geschäften vorbei. Quelle: dpa

BerlinDie deutschen Einzelhändler haben im Juni zum dritten Mal in Folge weniger Umsatz erlöst. Sie nahmen 0,1 Prozent weniger ein als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein preis-, kalender- und saisonbereinigtes Plus von 0,5 Prozent erwartet. Im Mai war der Umsatz um 0,3 und im April um 0,1 Prozent gefallen.

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Verglichen mit Juni 2011 hatten die Händler 5,4 Prozent mehr in den Kassen. Allerdings zählte der Monat diesmal zwei Verkaufstage mehr. Preisbereinigt (real) blieb ein Plus von 2,9 Prozent übrig. Ökonomen hatten lediglich ein Wachstum von 0,4 Prozent prognostiziert. Besonders gut liefen die Geschäfte mit Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen sowie mit Haushaltsgeräten und Baubedarf. Hier schnellte der Umsatz um 7,4 Prozent nach oben. Der Internet- und Versandhandel meldete mit 1,1 Prozent den kleinsten Zuwachs.

Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten "gut" und "schlecht".

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Im ersten Halbjahr zog der Umsatz um 2,8 Prozent an. Der Einzelhandelsverband rechnet für 2012 mit einem Plus von 1,5 Prozent. Das Konsumklima hat sich zuletzt wegen spürbarer Lohnerhöhungen und sinkender Arbeitslosigkeit weiter aufgehellt.

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