„Eindeutige Anzeichen“: Greenspan sieht USA bereits in Rezession

„Eindeutige Anzeichen“
Greenspan sieht USA bereits in Rezession

Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan sieht schlechte Zeiten auf die Wirtschaft zukommen. Sie sei bereits in einer Rezession oder zumindest nahe davor, sagte Greenspan in einem Interview: "Die Anzeichen dafür sind eindeutig."

HB NEW YORK. "Rezessionen kommen nicht auf die sanfte Art. Sie werden üblicherweise durch eine Unstetigkeit an den Märkten signalisiert und die Daten der vergangenen Wochen können ganz klar in diese Richtung interpretiert werden", sagte Greenspan dem "Wall Street Journal".

Greenspan wies insbesondere auf den ISM-Einkaufsmanagerindex hin, der im Dezember mit 47,7 Punkte unter die Expansionsschwelle gefallen war. "Das wäre zu beobachten, wenn wir in eine Rezession hineinkämen", zitiert die Zeitung Greenspan. Indexstände von über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung, während Werte darunter auf einen Rückgang hinweisen. Ein anderes Signal, so Greenspan, sei der Anstieg der Arbeitslosenrate von 4,7 Prozent im November auf 5 Prozent im Dezember.

Greenspan hatte zum ersten Mal im Februar 2007 die Möglichkeit einer US-Rezession angedeutet und die Wahrscheinlichkeit auf 33 Prozent beziffert. Mitte Dezember sah er die Chance bei 50 Prozent. Mittlerweile liegt sie seinen Worten zufolge weiter nahe 50 Prozent "aber eher höher".

Auch die meisten Banken beziffern mittlerweile die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA auf knapp 50 Prozent. Ob die Wirtschaftsleistung tatsächlich abnimmt, wird davon abhängen, wie Verbraucher und Firmen in den kommenden Monaten auf die trüberen Aussichten reagieren: Schnallen die Konsumenten den Gürtel enger, weil ihre Häuser an Wert verlieren und Benzin so teuer ist wie nie zuvor? Reduzieren die Firmen ihre Investitionen, um nicht auf Halde zu produzieren? Verleihen die Banken angesichts ihrer hohen Verluste noch weniger Geld an Verbraucher und Firmen?

Selbst wenn die US-Wirtschaft ihrer ersten Rezession seit 2001 entgehen sollte - mit Sicherheit steht ein deutlicher Abschwung bevor, meinen Experten. Dies dürften viele Verbraucher schmerzhaft zu spüren bekommen, weil ihnen Lohnkürzungen oder gar Arbeitslosigkeit drohen. Hausbesitzer, die ohnehin schon wegen der Hypothekenkrise gebeutelt sind, müssen dann erst recht fürchten, auf der Straße zu stehen. "Auch wenn eine technische Rezession wahrscheinlich verhindert werden kann, wird es sich für viele Verbraucher wie eine Rezession anfühlen", sagt etwa Konjunktur-Experte Scott Anderson von der Hypothekenbank Wells Fargo.

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