Der offizielle Einkaufsmanagerindex des chinesischen Statistikamtes weist auf ein gutes Wirtschaftsklima in dem für Deutschland besonders wichtigen Absatzmarkt hin. Im Januar stieg der Wert auf 50,5 Punkte, nachdem er im Dezember bei 50,3 gelegen hatte. Damit scheint ein Schreck vom November überwunden zu sein. Damals zeigte das Stimmungsbarometer nur einen Wert von 49 – das bedeutet, dass die Aufträge tendenziell schrumpfen statt zu wachsen.
Ökonomen halten die Zahl für ein wichtiges Anzeichen dafür, dass Chinas Wirtschaft auch in diesem Jahr deutlich wächst. „Sie stützt unsere Theorie, dass die Wirtschaftsaktivität schon seit dem dem vierten Quartal des Vorjahres steigt“, schreibt Ökonom Yu Song von Goldman Sachs in Hongkong. Hintergrund ist eine lockerere Geldpolitik der Regierung: Peking ermöglicht den Banken seit November wieder eine etwas höhere Kreditvergabe.
Die Europäische Union ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner des Exportweltmeisters. Die 27 Länder kauften 2010 chinesische Waren im Wert von 282 Milliarden Euro - 18,9 Prozent mehr als 2009. China hat deshalb ein großes Interesse an stabilen Verhältnissen bei seinem wichtigsten Kunden. Ein Viertel seiner riesigen Devisenreserven sind bereits in Euro-Wertpapieren wie Staatsanleihen angelegt. Weitet sich die Schuldenkrise in der Währungsunion aus, droht auch der Euro erheblich an Wert zu verlieren - und damit auch Chinas Euro-Investitionen.
Ja. Mit 3,2 Billionen Dollar (rund 2,3 Billionen Euro) besitzt die Volksrepublik die mit Abstand größten Devisenreserven der Welt. Allerdings steht nicht die gesamte Summe zur Verfügung, sondern wohl nur etwa 500 Milliarden Dollar. Der Rest ist entweder schon gebunden oder wird von China in Reserve gehalten, um den eigenen hoch verschuldeten Regionen im Notfall zu helfen.
Bedenken kommen vor allem aus der Zentralbank. Deren Berater Li Daokui warnt davor, größere Summen in europäische Staatsanleihen zu stecken. Auch Yu Yongding, ein ehemaliger Notenbank-Berater, warnt vor der Anhäufung immer größerer Devisenreserven.
Ja. China möchte von der EU den Status als Marktwirtschaft erhalten. Das würde automatisch den Abbau von Handelshemmnissen bedeuten, über die sich der Exportweltmeister seit langem beklagt. China erhofft sich auch ein Ende des seit dem Massaker gegen die Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 geltenden EU-Waffenembargos. Auch größere Garantien für neue Hilfen und eine Reform der Währungsunion werden gefordert.
China hat seit Ausbruch der Krise vor mehr als einem Jahr immer wieder sein Vertrauen in die Währungsunion betont. „Wir haben es zigmal gesagt, dass China bereit ist zu helfen“, betonte Ministerpräsident Wen Jiabao. „Wir werden dort weiter investieren.“ Bei Worten hat es Peking nicht belassen. Die Volksrepublik hat für viele Milliarden Staatsanleihen von angeschlagenen Euro-Ländern gekauft, während sich private Investoren aus Sorge vor einem Zahlungsausfall entweder zurückhalten oder exorbitante Zinsen verlangen.
Nein, China sichert seine Interessen auf ganz unterschiedliche Weise. Griechischen Reedern wurde ein Kredit über zehn Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. Hintergrund: Ein Großteil der internationalen Handelsflotte fährt unter griechischer Flagge, viele der Tanker und Schiffe werden in China gebaut. Auch in Ungarn - das zwar nicht zur Euro-Zone gehört, aber ebenfalls mit einer Schuldenkrise kämpft - engagieren sich die Chinesen. Der Technologiekonzern Huawei baut dort sein weltweit zweitgrößtes Logistikzentrum, während die chinesische Fluggesellschaft HNA Group nach der ungarischen Malev greift und die China Railway Construction Corporation das Schienennetz des osteuropäischen Landes modernisieren soll.
Amnesty International befürchtet, dass Menschenrechtsfragen in den Hintergrund gedrückt werden. „Es ist zu befürchten, dass Kritik an den Menschenrechten in Zukunft noch leiser geübt wird“, sagt AI-China-Experte Dirk Pleiter. „Geraten einzelne EU-Länder in Abhängigkeit von China, wird es schwerer, innerhalb der EU eine einheitliche Linie gegenüber der Volksrepublik zu formulieren, Probleme klar anzusprechen und auch Konflikte auszutragen.“ Auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger ist kritisch: „Es ist bedenklich, wenn ein Land, das keine Demokratie ist, Einfluss auf EU-Mitgliedsländer erhält. Ob in Menschenrechts- oder Umweltfragen: China ist in vielen Belangen kein Vorbild.
Eine Mehrheit der Ökonomen erwartet für das Gesamtjahr 2012 ein Wachstum von rund 8,5 Prozent. Das liegt zwar etwas unter dem Vorjahreswert von 9,2 Prozent und deutlich unter dem Mittel der vergangenen Jahre von mehr als zehn Prozent. Es eäre aber immer ein ordentliches Ergebnis, mit dem China gut leben könnten. Seit 2009 ist das Reich der Mitte der größte Handelspartner Deutschlands außerhalb von Europa.
Trotzdem wird es kein einfaches Jahr für die Wirtschaftsplaner in Peking. Grund ist ausgerechnet die wundersame Sonderkonjunktur, die sie geschaffen haben. Nach dem Ausfall Europas und Amerikas für das Exportwachstum hat die Zentralbank der Wirtschaft reichlich frisches Kapital zugeführt. Die optimistischen Chinesen haben viele neue Kredite aufgenommen und das Geld in neue Fabriken und in Immobilien investiert.
Zunächst DANKE, Frau Merkel, dass Sie sich mal zu Besuch im Land unserer Freunde einfinden. Der Besuch in der Mongolei (seltene Erden) wurde leider kaum bemerkt. Oder liegt es evtl daran, dass die wirklich wichtigen Sachen von den Insidern auch ohne die BILD bemerkt werden?
Die Achse D/F—RUS—CN/ Japan
Nimmt immer mehr Gestalt an.
Besonders erfreulich ist es auch, dass sich unser Wohlstand inzwischen immer mehr auf die Kooperation mit China begründet.
Und im Gegensatz zu unseren (alliierten-) Feinden, handelt es sich in der Zusammenarbeit mit China / Japan um eine echte kooperative Zusammenarbeit.
Das freut mich ja für die Chinesen, uns bringt das jedoch nicht weiter! Man sieht ja an China dass ein Land nur dann Wohlstand aufbaut indem es die eigene Industrie / Wertschöpfung ausbaut!
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