Einkaufsmanagerindex
Positive Konjunktursignale in der Euro-Zone

Die Wirtschaft in der Eurozone verzeichnet den stärksten Wachstumsschub seit 2011. Die Stimmung bei Unternehmern aus Industrie und Dienstleistung steigt. Die Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten bleiben aber groß.
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BerlinDie Wirtschaft der Euro-Zone wächst so stark wie lange nicht mehr. Der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister kletterte im März um 0,7 auf 54,0 Punkte, wie das Markit-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 5000 Unternehmen mitteilte. „Noch ist ungewiss, ob die Wirtschaft der Euro-Zone eine ausreichende Dynamik entwickelt hat, um eine kräftige und nachhaltige Erholung zu sichern“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. „Sicher ist jedoch, dass die Euro-Zone derzeit den stärksten Wachstumsschub seit dem Jahr 2011 verzeichnet.“

Die Unterschiede zwischen den Ländern bleiben aber groß. „Irland und Spanien halten sich weiterhin an der Spitze, gefolgt von Deutschland“, erklärte Markit. In Italien und Frankreich fiel das Wachstum dagegen bescheiden aus. „Für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends gibt es allerdings keine Garantie“, warnte Williamson. „Denn die Griechenland-Krise stellt nach wie vor eine ernsthafte Bedrohung für die Stabilität der Euro-Zone dar.“ Unterm Strich signalisierten die Daten, dass die Wirtschaft im ersten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen sei und damit so stark wie Ende 2014. Christian Schulz von der Berenberg Bank erwartet, dass die Konjunktur im zweiten Halbjahr „sehr solide“ zulegt.

Auch Börsenprofis blicken immer zuversichtlicher auf die Konjunktur. Das Sentix-Barometer für April stieg um 1,4 auf 20,0 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit August 2007, wie die Investmentberatung Sentix zur ihrer monatlichen Umfrage unter rund 950 privaten und institutionellen Anlegern mitteilte. Der Indikator für Deutschland hingegen sackte um 8,1 auf 31,4 Punkte. Dennoch betonte Sentix-Experte Manfred Hübner, „dass sich die heimische Wirtschaft nach wie vor in einem robusten, boomartigen Aufschwung befindet“.

Dies belegen auch die Markit-Daten. Demnach beschleunigten die deutschen Dienstleister im März den dritten Monat in Folge ihr Wachstum. Der Einkaufsmanagerindex stieg um 0,7 auf 55,4 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr. Das Barometer signalisiert bereits ab 50 Zählern wachsende Geschäfte. Die Dienstleister blicken zugleich so optimistisch nach vorn wie seit vier Jahren nicht mehr. Denn die Unternehmen profitieren derzeit von guten Rahmenbedingungen wie steigenden Löhnen, niedriger Inflation und Rekordbeschäftigung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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