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Einkaufsmanagerindex steigt: Industrie gibt Hoffnung für die US-Wirtschaft

Die US-Industrie ist im Januar überraschend stark gestiegen. Damit stehen die Zeichen gut, dass die amerikanische Wirtschaft wieder stärker wächst. Die Lage am Arbeitsmarkt verbessert sich dagegen nur langsam.

Die Statussymbole der US-Wirtschaft. Quelle: dpa
Die Statussymbole der US-Wirtschaft. Quelle: dpa

New YorkDie US-Industrie hat zum Jahresstart so kräftig an Schwung gewonnen wie seit neun Monaten nicht mehr. Der an den Finanzmärkten stark beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg im Januar auf 53,1 von 50,2 Punkten im Dezember, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Freitag mitteilte. Damit erreichte dieser Indikator seinen höchsten Wert seit neun Monaten.

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Das Barometer liegt wieder deutlich über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert. Experten hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg auf 50,6 Punkte gerechnet. "Wir sind sehr sicher, dass der Rückgang des US-BIP im 4. Quartal, der durch negative Sonderfaktoren begünstigt wurde, ein Ausrutscher nach unten war, der sich so schnell nicht wiederholen wird," sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer.  

Eher schleppend verläuft hingegen weiterhin die Belebung auf dem Arbeitsmarkt. Im Januar hat die US-Wirtschaft etwas weniger Stellen geschaffen als zuletzt. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 157.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 160.000 gerechnet, nach 196.000 im Vormonat. Allerdings wurden im November und Dezember zusammen 127.000 mehr Jobs geschaffen als ursprünglich gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg auf 7,9 von 7,8 Prozent. Sie liegt damit deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von sechs Prozent.

Monatliche Arbeitslosenquote in den USA (saisonbereinigt)

Arbeitslosenquote von Januar 2012 bis Januar 2013

(saisonbereinigt), in Prozent


Besonders hoch bleibt die Arbeitslosenquote unter Teenagern mit 23,4 Prozent. Die meisten neuen Jobs seien im Einzelhandel, im Baugewerbe und im Gesundheitswesen entstanden, teilte das Ministerium weiter mit.

US-Konjunktur

Insgesamt waren in den USA im Januar 12,3 Millionen Menschen ohne Arbeit. Auf dem US-Jobmarkt sind noch immer die Auswirkungen der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise vor vier Jahren zu spüren. Die Konjunktur der größten Volkswirtschaft der Welt kommt trotz einer sehr lockeren Geldpolitik der Zentralbank Federal Reserve nicht wirklich in Schwung. Im vierten Quartal 2012 war die US-Wirtschaft überraschend um 0,1 Prozent geschrumpft - die ersten negativen Wachstumszahlen seit dem Ende der Rezession im Juni 2009.

Auch in der Eurozone liegt die Arbeitslosigkeit weiterhin auf Rekordniveau. Im Dezember betrug die durchschnittliche Arbeitslosenquote 11,7 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Das ist ebenso viel wie nach korrigierten Angaben im November. Demnach waren zum Ende des vergangenen Jahres in den 17 Euro-Ländern 18,7 Millionen Menschen ohne Job. In allen EU-Ländern hatten 25,9 Millionen Männer und Frauen keine Arbeit.

  • 01.02.2013, 22:01 UhrHenry

    Wenn die Welt so heiter ist, so wachstumstark und total konvergent, dann steht dem Start der 3. Stufe der transatlantischen Währungs- und Wirtschaftsunion ja nichts mehr im Wege?
    Oder haben wir Kleingläubigen den Pakt mit Uncle Sam von heute morgen mißverstanden?

    Mit Sicherheit jedenfalls sitzen wir alle in der ersten Reihe, sonst könnten die amerikanischen Bürger unsere transatlantischen Bemühungen versehentlich für einen nächtlichen Einbruch halten, im schlimmsten Falle wie eine Kriegserklärung?

    Gut irgendwie, daß unsere Kommissionen nichts übers Knie brechen und aus den abgedunkelten Hinterzimmern nur frohe Botschaften dringen. So schwelgte die Euro-Gruppe 2001 in unverständlichem Deutsch und kilometerlang, daß "Der Nutzen der in einem soliden institutionellen Rahmen aus verantwortungsvoller makroökonomischer Politik in Verbindung mit Strukturreformen verankerten Einheitswährung war in den ersten drei Jahren der dritten WWU-Stufe deutlich zu erkennen."

    Von "unabhängiger Geldpolitik" sollten wir begeistert werden, von "Preisstabilität", "lebhafter Arbeitsplatzschaffung" und einem soliden wirtschaftspolitischen Rahmen, der sich herausgebildet habe, "geringen Infaltionsdruck" und "positven Spillover-Effekten", die selbstverständlich in Verantwortung der Kommissions-Experten lag, und daß die neue Einheitswährung vor allem in Irland, Portugal und Griechenland nur nach vorne losging wie Schmitt's Katze.

    Deshalb glaube ich selbstverständlich, daß auch dieser Artikel keine unnatürliche Begeisterung verbreitet, sondern die reine Wahrheit, so wahr uns Gott helfe. Amen!


  • 01.02.2013, 17:45 UhrErnst

    "Wir sind sehr sicher, dass der Rückgang des US-BIP im 4. Quartal, der durch negative Sonderfaktoren begünstigt wurde, ein Ausrutscher nach unten war, ..." - soviel Blödsinn ist schon kriminell.

    In den Tabellen und Charts des Büros für ökonomsche Analysen kann man sehen, daß der US-Aufschwunbg lediglich über Staatskonsum getrieben wird: http://www.bea.gov/newsreleases/national/gdp/gdpnewsrelease.htm

    Der US-Bund hat im Sommer/Herbst seine Verteigungsausgaben hochgejagt und im letzten Quartal 2012 deutlich reduziert. Die einzelnen Bundestaaten reduzieren seit längerem ihre Sparmaßnahmen spielen mehr und mehr den Big Spender. Der Privatbereich dümpelt weiterhin vor sich hin, Privatinvestitionen sind erheblich zurück gefahren.

    Wer jetzt meint, die US-Wirtschaft ist auf dem Weg der Besserung, der muß entweder blind oder böswillig.

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