Brasilien: Die Industrie des Landes hat ihre Kraft verloren
Die sechstgrößte Volkswirtschaft leidet unter der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit vieler Firmen. Wachstumsraten von sieben Prozent – das war einmal.
Gleich zwei schlechte Nachrichten schockten die zuletzt erfolgsverwöhnte brasilianische Wirtschaft. Wie die nationale Statistikbehörde jetzt mitteilte, wuchs die sechstgrößte Volkswirtschaft im vergangenen Jahr nur noch magere 2,7 Prozent, nach 7,5 Prozent im Jahr 2010. Und im Januar ist die Industrie des Landes um 2,1 Prozent geschrumpft gegenüber Dezember – das schlechteste Ergebnis seit der Krise 2008.
Die Industrie ist inzwischen der Bremsklotz der brasilianischen Konjunktur. Denn mit dem katastrophalen Jahresstart stagniert sie nun schon seit mehr als zwei Jahren. Hält die Schwäche an – und die Chance für eine kurzfristige Erholung im verbleiben Rest des ersten Vierteljahrs ist eher gering –, dann könnte Brasiliens Industrie erstmals vier Quartale in Folge schrumpfen, befürchtet das Finanzinstitut Banco Itaú. Die Regierung versucht schon seit längerem, mit Steuerbefreiungen für einzelne Branchen (Konsumgüter) und erhöhte Importsteuern (etwa für Pkw) gegenzusteuern.