Euro
EZB gibt Referenzkurse künftig später bekannt

Um zu verhindern, dass Euro-Referenzkurse als Grundlage für Handelsaktivitäten genutzt werden, wird die EZB ab Juli 2016 die Kurse erst später am Tag veröffentlichen. Die norwegische Zentralbank will nachziehen.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) will ihre Euro-Referenzkurse zu wichtigen anderen Währungen künftig etwas später veröffentlichen. Vom 1. Juli 2016 an wollen die Euro-Wächter ihre täglichen Referenzkurse beispielsweise zum Dollar oder zum japanischen Yen um circa 16.00 Uhr (MEZ) bekanntgeben und nicht mehr kurz nach der Festlegung um etwa 14.30 Uhr (MEZ), wie die EZB am Montag mitteilte.

Damit will die Notenbank unter anderem erreichen, dass die Kurse für Informationszwecke und nicht als Grundlage für Handelsaktivitäten genutzt werden. Gelinge dies nicht, werde überlegt, sie möglicherweise noch später zu veröffentlichen - etwa erst am nächsten Geschäftstag.

Mit der Änderung folgt die EZB unter anderem Empfehlungen des Finanzstabilitätsrats. Referenzkurse würden als öffentliches Gut zur Verfügung gestellt, sagte EZB-Direktor Benoit Coeure. Mit Nachdruck müsse darauf hingewiesen werden, „dass die Referenzkurse ausschließlich zu Informationszwecken und nicht für Transaktionen erstellt werden.“

Firmen nutzen die EZB-Kurse beispielsweise in ihren Jahresabschlüssen. Auch bei Steuererklärungen können sie eine Rolle spielen. Die norwegische Zentralbank kündigte an, ihre Veröffentlichungspraxis ebenso zu ändern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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