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Euro-Zone: Inflationsgefahr ist gebannt

exklusiv Die Preissteigerung geht in der Euro-Zone zurück. Ein exklusiver Handelsblatt-Index zeigt: Sie nähert sich der Marke von zwei Prozent - und liefert der Notenbank eine wichtige Vorlage für die nächste Zinsentscheidung.

Einkäufer in der Fußgängerzone in Köln. Quelle: dpa
Einkäufer in der Fußgängerzone in Köln. Quelle: dpa

DüsseldorfUm steigende Inflationsraten muss sich die Europäische Zentralbank vorerst keine Sorgen machen. Trotz der beispiellosen Geldschwemme, mit der sie die Banken über Wasser hält, bewegt sich die Preissteigerungsrate auf das Zentralbankziel von knapp zwei Prozent zu. Der Handelsblatt-RBS Inflation Live Index sagt für das laufende Jahr eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,1 Prozent in der Euro-Zone voraus. Für 2013 zeigt der Index, den die Ökonomen des Bankhauses RBS für das Handelsblatt berechnen, einen weiteren Rückgang auf 1,5 Prozent an.

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Im vergangenen Jahr hat die Inflationsrate noch durchweg über dem Ziel der Notenbank von knapp zwei Prozent gelegen. Von September bis November verharrte sie sogar bei drei Prozent. Aber im Dezember ging es bereits auf 2,8 Prozent abwärts, wie die Statistikbehörde Eurostat gestern als erste Schätzung mitteilte. Der Höhepunkt dürfte damit überschritten sein.

Die Maßnahmen der Notenbanken gegen die Krise

  • August 2007

    Die Probleme an den Hypotheken- und Kreditmärkten greifen auf den Interbanken-Geldmarkt über. EZB und Fed sehen sich gezwungen, zusätzlich Liquidität in den Markt zu pumpen.

  • 12. Dezember 2007

    Die Notenbanken in den fünf wichtigsten Währungsräumen greifen gemeinsam ein, um ein Austrocknen der Geldmärkte zu verhindern.

  • 15. September 2008

    Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers öffnen die großen Zentralbanken die Geldschleusen, um mitten in der Panik an den Finanzmärkten die Geschäfte am Geldmarkt am Laufen zu halten.

  • 8. Oktober 2008

    Die wichtigsten Notenbanken weltweit senken gemeinsam die Zinsen - ein historischer Schritt. 4. Dezember 2008: Die EZB senkt ihren Leitzins überraschend um einen dreiviertel Prozentpunkt auf 2,5 Prozent. Es ist der größte Zinsschritt seit der Einführung des Euro und der Gründung der europäischen Notenbank.

  • 16. Dezember 2008

    Die Fed kappt ihren Leitzins auf eine Spanne zwischen null und 0,25 Prozent - ein Rekordtief.

  • 18. März 2009

    US-Notenbankchef Bernanke kündigt den Ankauf von Staatspapieren für zunächst 300 Milliarden Dollar an. Die Fed erweitert außerdem ihre bestehenden Programme zur Stützung der Kreditmärkte und Banken auf rund eine Billion Dollar.

  • 7. Mai 2009

    Die EZB senkt ihren Leitzins auf das Rekordtief von einem Prozent.

  • 24. Juni 2009

    Die EZB stellt den Banken der Euro-Zone erstmals für ein ganzes Jahr Liquidität zur Verfügung. Mehr als 1000 Banken rufen die Riesensumme von 442 Milliarden Euro ab.  6. Juli 2009: Die EZB beginnt offiziell mit dem Ankauf von Pfandbriefen.

  • 16. Dezember 2009

    224 Banken aus der Euro-Zone rufen beim letzten Jahrestender der EZB knapp 100 Milliarden Euro ab. Das ist ein Wendepunkt.

  • 19. Februar 2010

    Die Federal Reserve erhöht den Zinssatz für Übernachtkredite von 0,5 auf 0,75 Prozent und verteuert damit Notkredite für Banken erstmals seit Ausbruch der Krise.

  • 25. März 2010

    EZB-Chef Trichet kündigt an, dass die Notenbank auch über das Jahresende 2010 hinaus Sicherheiten mit einem schwächeren Rating als „A-“ akzeptieren wird. Sie hilft damit indirekt den griechischen Banken und erleichtert die Refinanzierung Griechenlands.

  • 10. Mai 2010

    Die EZB kündigt im Kampf gegen die eskalierende Schuldenkrise in der Euro-Zone an, am öffentlichen und privaten Anleihemarkt in großem Stil aktiv werden zu wollen. Die Notenbank gibt damit ihren Widerstand gegen den Ankauf von Staatsanleihen der Euro-Länder auf, der Kritikern zufolge zu einem Ansteigen der Inflation führen könnte. Laut EU-Vertrag kann die EZB die Anleihen nur am Sekundärmarkt erwerben und nicht direkt bei den Regierungen.

  • 10. August 2010

    Die Fed stoppt unter dem Eindruck der nur zähen Konjunkturerholung in den USA und der andauernden Misere am Arbeitsmarkt den begonnenen Exit. Sie will Geld, dass sie durch Fälligkeit bereits erworbener Immobilienpapiere bekommt, wieder reinvestieren und neue Staatsanleihen kaufen.

  • 5. Oktober 2010

    Japans Notenbank zieht im Kampf gegen Wirtschaftskrise, Deflation und den starken Yen weitere Register. Sie senkt den Leitzins auf null und legt einen fünf Billionen Yen (60 Milliarden Dollar) schweren Fonds auf, über den sie die unterschiedlichsten Wertpapiere ankaufen und so weiteres Geld in die Wirtschaft pumpen will.

  • 3. November 2010

    Die Fed beschließt den Ankauf von weiteren Staatsanleihen im Volumen von 600 Milliarden Dollar bis Ende der ersten Jahreshälfte 2011. Zusätzlich sollen auslaufende Papiere aus dem Bestand ersetzt werden. Insgesamt hat die neuerliche Geldspritze damit ein Volumen von 850 bis 900 Milliarden Dollar.

  • 16. Dezember 2010

    Die EZB beschließt eine Verdoppelung ihres Grundkapitals auf knapp elf Milliarden Euro. Bezahlen müssen dies die ihr angeschlossenen nationalen Notenbanken: Die Bundesbank muss entsprechend des Kapitalschlüssels gut eine Milliarde Euro auf ihren Anteil dazupacken.

  • 18. März 2011

    Nach Erdbebenkatastrophe, Tsunami und Atomdebakel in Japan intervenieren die wichtigsten Notenbanken der Welt gemeinsam am Devisenmarkt.

  • 8. August 2011

    Die EZB beginnt mit dem Ankauf von Anleihen Italiens und Spaniens. Beide Länder waren zuvor ins Visier der Märkte geraten.

  • 9. August 2011

    Die Fed erklärt, dass sie ihren Leitzins wegen der mauen Konjunktur noch für „mindestens“ zwei Jahre nahe Null halten will.

  • 30. November 2011

    In einer koordinierte Aktion stellen EZB und Fed sowie die Notenbanken Kanadas, Japans, Großbritanniens und der Schweiz den von der Krise gebeutelten europäischen Banken Dollar zur Verfügung. Den Instituten fiel es zuletzt schwer, sich Dollar-Kredite zu beschaffen - viele US-Investoren haben ihnen aus Angst vor den Folgen der Schuldenkrise den Geldhahn zugedreht. Fast gleichzeitig lockert auch die chinesische Notenbank unerwartet ihre Geldpolitik. Sie senkte erstmals seit drei Jahren die Mindestreserve-Anforderungen der Banken.

„Die Inflationsrate wird bis April auf rund zwei Prozent zurückfallen und sich etwa Anfang 2013 bei 1,5 Prozent stabilisieren“, sagen die RBS-Volkswirte Nick Matthews und Jan Dubsky voraus. Das werde der EZB den Spielraum geben, die Leitzinsen im ersten Quartal auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent zu senken. Die EZB selber erwartet für 2012 eine Inflationsrate von nur 1,8 Prozent.

Sogar nur 1,5 Prozent schätzt Christoph Weil, Volkswirt der Commerzbank, und nennt dafür drei Gründe: Zum einen drohe keine Inflationsgefahr von den Löhnen. Schließlich steige europaweit die Arbeitslosigkeit. Zweitens sei damit zu rechnen, dass die Krisenländer der Euro-Zone ihre Sparpolitik verschärften, was zu weiteren Lohnkürzungen führen werde. Und drittens werde es die Rezession in vielen Ländern der Währungsunion den Unternehmen erschweren, Preise zu erhöhen.

  • 08.01.2012, 18:10 UhrAnonymer Benutzer: MIRO

    Inflationsgefahr gebannt! Wer glaubt denn diesen Schwachsinn.Die Party geht doch erst richtig los.
    Es ist ungeheuerlich wie sich so selbsternannte Experten hier in Szene setzten und die Leute vera...

  • 08.01.2012, 14:40 UhrAnonymer Benutzer: Londoner

    Lasst Euch bloss nicht verarschen, Leute!

  • 05.01.2012, 22:28 UhrAnonymer Benutzer: Mike

    klar das narrzißtische Ego juckt nix mehr - nicht mal mehr da wo ....

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