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Europa droht „grauenvolle Zukunft“: Krugman legt nach

Paul Krugman, der an der Universität Princeton lehrt und US-Präsident Obama berät, hat mit seinem Plädoyer für mehr Schulden harsche Kritik auf sich gezogen. Die lässt der Wirtschaftsnobelpreisträger nicht auf sich sitzen. In seinem Blog legt er nach – mit drastischen Worten.

Trotzt der Kritik: Paul Krugman. Quelle: Reuters
Trotzt der Kritik: Paul Krugman. Quelle: Reuters

DÜSSELDORF. Besonders bitter stoßen Krugman die kritischen Aussagen des Chefs der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, auf, der in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt bissig gefragt hatte „Wie wäre es mit Fakten, Herr Krugman?“. Franz beklagte, dass Krugman im Handelsblatt-Interview die stabilitätsorientierten Vorschläge Europas als aus einer "Fantasiewelt" stammend abgetan, geldpolitische Empfehlungen der OECD als "verrückt" angeprangert, und den Bundesbankpräsidenten ohne Umschweife als "ein Risiko für das Schicksal des Euros" gebrandmarkt hatte.

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Angesichts dieser Wortwahl müsse sich Krugman einige Gegenfragen gefallen lassen, schreibt Franz und fügte diese sogleich an: „Wo nahm denn die Finanzkrise ihren Anfang? Welche Zentralbank hat denn eine viel zu expansive Geldpolitik betrieben? Welches Land beschritt sozialpolitische Irrwege, indem einkommensschwache Haushalte mit Hypothekendarlehen beglückt wurden, die sie nie und nimmer abbezahlen konnten? Wer hat denn im Jahr 2004 die Regulierungen zur Begrenzung des Schuldenhebels von Investmentbanken stark abgeschwächt und 2008 die Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrechen lassen und damit den Gau auf den internationalen Finanzmärkten eingeleitet?“

Krugman geht derlei Erbsenzählerei offenbar zu weit. In seinem Blog bei der „New York Times“ platzt ihm der Kragen. Unter der Überschrift „They Hate Me“ erklärt der Starökonom, die Deutschen dächten immer noch, dass die Finanzkrise ausschließlich in den USA entstanden sei - obwohl die von den Deutschen mitfinanzierte europäische Immobilienblase genauso groß oder größer als die in den USA ausgefallen sei. Mit Blick auf Axel Weber, Bundesbank-Chef und möglicher Chef der Europäischen Zentralbank ab 2011, schreibt Krugman: „Ja, Amerika hat gesündigt; und die straffe Geldpolitik, die Axel Weber als Chef der EZB verordnen würde, wäre auch eine Sünde, und zwar eine, die Europa in eine grauenvolle Zukunft aus Stagnation und Deflation führen wird.“

Krugmans Einschätzungen hatten allerdings nicht nur den Wirtschaftsweisen Franz aufgeregt. Mit seiner harschen Kritik an der Stabilitätspolitik der Bundesregierung löste der US-Ökonom eine viel größere Welle der Empörung aus. So warnte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, unter Bezug auf Krugman prompt davor, der Schuldenpolitik der USA auch nur ansatzweise zu folgen. Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater bezeichnete die Äußerungen Krugmans als „verfehlt“.

Der US-Ökonom hatte am Montag vor einem Rückfall in die Rezession gewarnt. Die Welt brauche nicht weniger, sondern mehr schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme. „Die Deutschen und Franzosen hassen es, auch nur kurzfristig Defizite hinzunehmen, sie hassen eine lockere Geldpolitik, klammern sich an jeden Vorwand, um dagegen zu sein“, sagte Krugman.

  • 29.06.2010, 12:51 UhrAnonymer Benutzer: DJHLS

    Herr Krugmann entlarvt sich am besten. Wer statt Sachargumenten nur anderen "Hass" unterstellt, disqualifiziert sich für jeden vernünftigen Dialog.

    Er selbst handelt allerdings äußerst rational. Sein Trommeln für Schuldenpolitik folgt dem Kalkül, dass Europa durch Schulden amerikanisches Wachstum finanzieren soll. Sehr durchsichtig. Schade eigentlich, bisher hatte ich von der NYT viel gehalten.

  • 25.06.2010, 03:48 UhrAnonymer Benutzer: no.7

    Wenn wir nicht mehr Schulden machen droht uns laut Krugman "eine grauenvolle zukunft aus Stagnation und rezession". ich halte dies für völlig abwegig und einen beleg dafür, daß die Yankees in machbaren,maßvollen wachstumsraten überhaupt nicht denken können. Jetzt haben sie einen Haufen arbeitslose durch ihre Murks-Schuldenwirtschaft, die sollen jetzt irgendwie wegmanipuliert werden, koste es was wolle, damit der regierung der hintern gerettet wird. Der Schuldenprophet Krugman scheut sich nicht, die erfolgte Kehrtwende in europa zu torpedieren und die Europäer zu neuen Zwangsschulden zu pressen. Soweit sind wir gekommen, neue Schulden par Ordre du washington. Hier muß die richtige und klare Antwort von Merkel gegeben werden: Hau ab mit deinem Schuldenwahn ! Wir verschulden uns nicht in völlig unverantwortlicher Weise, um den US-aktienmarkt und die Taschen der bänker noch weiter zu füllen. Schulden machen, um die aktienkurse noch höher zu treiben und noch ein paar Strohfeuerprogramme zu bezahlen.Das wäre eine neue Sause für die Reichen, die dann kräftig absahnen können- wieder mal ! Die Zeche zahlt der "kleine Mann".Der tickt völlig verkehrt, entweder er wird dafür bezahlt und erhält eine "Erfolgsprämie" oder meint sonstwie, nun für die JuEsÄi den letzten Strohhalm ergattern zu müssen.

  • 24.06.2010, 22:03 UhrAnonymer Benutzer: k.h.a.

    Weil er weiß, daß er blödsinn redet, schlägt Krugman um sich. Die spanische immoblase als von Deutschland finanziert zu bezeichnen, ist falsch. So auch der Vergleich derselben mit dem Subprime-Skandal in USA, welcher in der Tat politisch angeschoben, unterhalten und irregeleitet wurde, was schiefging. in Europa gab es zwar einige dumme investotren, die den Müll aus USA sich haben unterschieben lassen - dafür zahlt der deutsche Steuerzahler mit Milliarden. Die spanische blase jedoch platzte zu Lasten der spanischen Unternehmen, Steuerzahler und auch über Umwege der deutschen. Krugman entwertet sich immer weiter - ganz alleine.

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