Europäischen Zentralbank: Wirtschaft kritisiert EZB-Pläne

Europäischen Zentralbank
Wirtschaft kritisiert EZB-Pläne

Teile der deutschen Wirtschaft warnen vor den Gefahren einer neuerlichen Geldspritze der Europäischen Zentralbank. Angela Merkel rechnet derweil nicht mit einer „Schicksalswoche für den Euro“.
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Berlin/EschbornVor dem für Donnerstag erwarteten Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) über ein milliardenschweres Anleihen-Kaufprogramm haben Teile der deutschen Wirtschaft vor Gefahren der Geldspritze gewarnt. Es gehe dabei um „eine hochriskante Operation mit unsicherer Wirkung für die Preisentwicklung in der Eurozone“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag): „Die Gefahr ist groß, dass durch das billige Geld der Reformeifer für mehr Wettbewerbsfähigkeit erlahmt.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte, die politischen Reformen in den Schuldnerländern müssten anhalten – auch neue Krisenmaßnahmen der EZB könnten diese nicht ersetzen. „Der Druck auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in Europa muss erhalten bleiben, sonst wird gar nichts, aber auch gar nichts uns helfen“, sagte sie am Montagabend beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn.

Allgemein wird erwartet, dass die EZB Anleihenkäufe in großem Stil beschließen wird. Die Notenbank könnte Geschäftsbanken Schuldscheine von Eurostaaten abnehmen und auf diesem Weg frisches Zentralbankgeld in Umlauf bringen, das in Form von Krediten bei Firmen und Verbrauchern landen und als Konjunkturspritze wirken soll.

Insgesamt sei die Schuldenkrise „noch nicht überwunden, wenngleich wir sie einigermaßen im Griff haben“, befand Merkel. Sie rechne aber auch mit Blick auf die EZB-Entscheidung am Donnerstag und die Wahl in Griechenland am Sonntag nicht mit einer „Schicksalswoche für den Euro“, hatte die CDU-Chefin bereits am Montag in Berlin gesagt. „Die EZB trifft ihre Entscheidungen sowieso unabhängig.“ Frankreichs Staatspräsident François Hollande zeigte sich derweil überzeugt davon, dass die EZB den Rückkauf von Staatsschulden beschließen wird.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wirtschaft kritisiert EZB-Pläne

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    Wäre die EU nicht Pleite...

    würde man nicht Staatsanleihenankäufe durch die EZB begrüßen.

    Erwartet werden 550 MILLIARDEN EURO Anschub ?

    Welchen Anschub ?

    KEINEN EINZIGEN ARBEITSPLATZ WIRD DADURCH GESCHAFFEN WERDEN.

    Die Gelder fließen in die Staatskassen...

    um Löcher zu stopfen die sich nicht anders stopfen lassen.

    UNS DANACH ???

    Wenn die EZB nichts mehr hat...bezahlt das Volk !!!

    Wann kommen in Europa Zeiten wie in Russland bei Stalin ???

    Auf dem besten Weg dahin befindet sich Europa bereits !!!







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