Eurostat
Inflation unter Null – Draghi am Drucker?

Die Preissteigerung in der Euro-Zone ist im Dezember unter die Nullgrenze gefallen. Damit werden massive Anleihekäufe der EZB immer wahrscheinlicher. Auf der Sitzung am 22. Januar könnte Draghi grünes Licht geben.
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Die Preise in der Euro-Zone sind im Dezember erstmals seit mehr als fünf Jahren wieder zurückgegangen. Wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg in einer ersten Schätzung mitteilte, verringerten sich die Verbraucherpreise in den Staaten der Währungsunion um 0,2 Prozent. Das letzte Mal hatte es im Oktober 2009 mit minus 0,1 Prozent einen Rückgang der Preise gegeben.

Vor allem billigeres Öl entlastete den Geldbeutel der Konsumenten: Die Energiekosten fielen um 6,3 Prozent. Die Bundesregierung sieht trotz der neuen Daten jedoch nicht die Gefahr einer Deflation. Die Preisentwicklung werde nicht anders beurteilt als in den vergangenen Monaten, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Mittwoch. "Wir haben von unserer Analyse, so wie sie bisher gegolten hat, nichts zurückzunehmen." Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte in der Vergangenheit wiederholt erklärt, er sehe in Europa keine Gefahr einer Deflation, also eines Preisverfalls auf breiter Front.

Dennoch bring die schwache Preisentwicklung die Europäische Zentralbank (EZB) in die Bredouille. Sie gerät immer stärker unter Druck, mehr Geld ins Finanzsystem zu pumpen und sich damit gegen einen konjunkturschädlichen Preisverfall auf breiter Front zu wappnen.

Die EZB sieht stabile Preise bei einer Rate von knapp zwei Prozent gewährleistet. Dieses Ziel verfehlt sie jedoch momentan meilenweit. Zuletzt stand bei der Teuerungsrate im September 2013 eine Eins vor dem Komma. Die EZB will mit aller Macht eine Deflation vermeiden, also eine Spirale aus stetig fallenden Preisen auf breiter Front. Dies könnte die Wirtschaft lähmen, da Umsatz- und Gewinnrückgänge die Folge sein könnten. In Griechenland und Spanien sind die Preise besonders stark rückläufig.

Die Währungshüter haben bereits den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt und den Kauf von Hypothekenpapieren und Pfandbriefen beschlossen. Nach Ansicht von Experten steigt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die EZB auf ihrer nächsten Zins-Sitzung am 22. Januar den Kauf von Staatsanleihen in großem Stil ankündigt. Mit einer solchen Geldschwemme könnte sie die Inflation künstlich anheizen und zugleich die maue Konjunktur ankurbeln.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Eurostat: Inflation unter Null – Draghi am Drucker?"

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  • Immer noch handelt die „ EU „ und die „ EZB „ mit veraltete Mentalitäten !!!

    WENN EUROPA ETWAS BRAUCHT...so sind dieses NEUE ARBEITSPLÄTZEN.
    Alle jammern dass der Ölpreis gesunken ist und auch an dessen Preissturz wird die Schuld gegeben dass eine Deflation sich in Europa voran bewegt.
    Europa ist Unfähig zu erkennen dass man NEUE WEGE IN EUROPA BENÖTIGT um die Arbeitslosigkeit entgegen zu steuern.
    Ein Erfolg der Deflation ist für Gesamt-Europa dass man WENIGER AUF VERBILIGTE WARE AUS CHINA KAUFT...warum zum teil minderwertige Asiatische Ware kaufen wenn man doch jetzt Qualitative Europäische Ware für weniger Geld bekommt ???
    Und wenn Europa und die EZB Tatkräftig die 40 Millionen EU-Arbeitslosen abbauen will...so wird dieses nicht mit unvernünftige Anleihen kauf durch die EZB geschehen ( da diese gelder andere Ziele zugewendet werden )...

    sondern...
    GESAMT-EUROPA BENÖTIGT ZUSÄTZLICH ZU DEN MEHRWERTSTEUER...

    EINE EU-WEITE SOLIDARITÄTSSTEUER AUF DEM KONSUM DRAUF GESCHLAGEN ...VON 2 %...UND DIESER GELDER MÜSSEN DIREKT DER BESCHAFUNG VON NEUE ARBEITSPLÄTZEN ZUGESTEUERT WERDEN.
    ( 2 % EU-WEIT MEHR MEHR STEUER AUF EGAL WELCHE EINKÄUFE...
    doch jeder könnte der nächster Arbeitsloser sein und davon profitieren. )
    ==> EU-Einheitliche 2 % dass mit nichts verrechnet werden kann. <==
    ==>Eine Gleichverteilung der Steuereinnahme durch alle Mitgliedsländer <==
    Hierdurch steigt sogar die Kauflust der Verbraucher bevor man es bezahlen muss.= Schneller effektiver Erfolg gegen die aktuelle Deflation.
    Hierzu braucht Europa und die „ EU „ einen Einheitlichen Standpunkt und Erklärung dafür aus Brüssel.= keine EU-Vertragsbrüche mehr !!!!!

    Aber will die „ EU „ und die „ EZB „ dazu lernen ?????





  • Sicher? Gleiche Packungsgröße? Ein Twix kostet heute auch nicht viel mehr als vor ein paar Jahren. Dafür die die Größe auf 2x25g geschrumpft.
    Meiner Erinnerung nach wurden damals viele Doppel-Pfund-Packungen beim Kaffee verkauft die zusammen in einer Papierverpackung steckten. Heute sehe ich diese kaum/nicht mehr. Vllt. vergleichen Sie hier Äpfel mit Birnen?

  • Also Yoghurt ist deutlich erbermilcher als Kaffee.

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