Eurostat: Schulden der Eurozone erstmals seit Jahren gesunken

Eurostat
Schulden der Eurozone erstmals seit Jahren gesunken

Zum ersten Mal seit 2007 sind die öffentlichen Schulden der Eurozone zurückgegangen. Vor allem Deutschland, Portugal, Finnland und Belgien haben dazu beigetragen. In anderen Ländern steigt die Schuldenlast jedoch weiter.
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LuxemburgDer Schuldenstand der Euro-Staaten ist erstmals seit fast sechs Jahren gesunken: Die öffentlichen Schulden der Mitgliedstaaten betrugen zum Ende des dritten Quartals des vergangenen Jahres 92,7 Prozent der Wirtschaftskraft der Euro-Zone, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Im Vorquartal hatte der Wert noch bei 93,4 Prozent gelegen. Damit ging der Schuldenstand der Eurozone erstmals seit Ende 2007 zurück.

Im Durchschnitt liegt der Schuldenstand der Euro-Zone aber immer noch weit über dem EU-Grenzwert von 60 Prozent der Wirtschaftskraft. Die größte Schuldenlast aller EU-Staaten haben Griechenland mit fast 172 Prozent, Italien mit knapp 133 Prozent sowie Portugal mit beinahe 129 Prozent. Am niedrigsten ist der Wert in Estland (10,0 Prozent), Bulgarien (17,3 Prozent) und Luxemburg (27,7 Prozent).

Deutschland hatte Eurostat zufolge im dritten Quartal des vergangenen Jahres einen Schuldenstand von 78,4 Prozent nach 79,8 Prozent im Vorquartal. Deutschland gehört damit nach Portugal, Finnland und Belgien zu der Gruppe der EU-Staaten mit dem größten Rückgang ihrer Schuldenlast. Die größten Zuwächse verzeichneten Zypern, Luxemburg und Griechenland. Insgesamt stieg der Schuldenberg in zehn EU-Staaten, in Slowenien blieb die Last gleich, während sie in allen anderen Mitgliedstaaten sank.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Eurostat: Schulden der Eurozone erstmals seit Jahren gesunken"

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  • Alles legal, nur richtig ist es nicht.

    Man muss nur die Grundlage ändern, dann ist auch das legal, was davor illegal war.

    Damit verspielt auch diese Behörde ihren Ruf.

  • Nicht der Schuldenstand sondern die Schuldenquote ist zurueckgegangen. Ein fundamentaler Unterschied! Der Schuldenstand ist weiter gestiegen. Der Schuldenstand steigt immer, wenn ein Land mehr ausgibt, als es einnimmt.

    Fuer Deutschland sind die Aussichten sehr trueb. Nicht nur ist es sorglos, die gegenwaertige Wirtschaftsentwicklung in die Zukunft fortzuschreiben, sondern die grosse Koalition schickt sich gerade an zuegellos Geld auszugeben. Selbst ohne Konjunkturrueckgang und selbst ohne Faelligwerden unserer grosszuegigen Garantien im Rahmen der Eurorettung werden Schuldenstand und Schuldenquote weiter steigen. Von unseren langfristigen Problemen die aus demographischem Wandel folgen, brauchen wir gar nicht erst zu reden.

  • "Die größte Schuldenlast aller EU-Staaten haben Griechenland mit fast 172 Prozent" Glückwunsch, da war ja der Schuldenschnitt ein wahrer Erfolg. Dann haben wir ja noch 0 % Zinsen, 0,8 % Inflation ( Tippfehler, meinte 1,5 % Inflation ) und Sozialausgaben gelten als Investition. Dann ist es ja wirklich ein Kunstsstück, überhaupt noch Schulden machen zu können.

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