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Ex-EZB-Chefvolkswirt: Stark warnt vor Inflation

exklusivJürgen Stark geht mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hart ins Gericht. Der Ex-Chefvolkswirt der Notenbank hält einen raschen Ausstieg aus EZB-Liquiditätshilfen für unmöglich - und warnt vor Nebenwirkungen.

Im Streit hat Chefvolkswirt Jürgen Stark im vergangenen Jahr die Europäische Zentralbank verlassen. Quelle: dpa
Im Streit hat Chefvolkswirt Jürgen Stark im vergangenen Jahr die Europäische Zentralbank verlassen. Quelle: dpa

DüsseldorfDer ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, geht mit der expansiven Geldpolitik der Notenbank scharf ins Gericht. Es sei nicht möglich, die im Dezember und Februar über zwei Dreijahresgeschäfte in den Bankensektor gepumpte Liquidität von mehr als einer Billion Euro rasch zu absorbieren, sofern dies aufgrund anziehender Preissteigerungsraten notwendig werde, sagte Stark im Interview mit dem Handelsblatt.

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„Historisch wissen wir, dass jede besonders starke Expansion der Zentralbankbilanz mittelfristig zu Inflation führt“, so Stark. In den Rohstoff- und Vermögenspreisen schlage sich die üppige Liquiditätsversorgung bereits nieder. Die Bilanzsumme der EZB wird vor allem durch die Liquiditätshilfen für angeschlagene Banken des gemeinsamen Währungsgebiets aufgebläht und hatte jüngst die Drei-Billionen-Grenze überschritten.

Zugleich unterstützte Stark die Forderung von Bundesbankpräsident Jens Weidmann, rasch über ein Ausstiegskonzept aus den Notmaßnahmen nachzudenken. „Eine Zentralbank muss immer, gerade bei diesen Nicht-Standard-Maßnahmen, den Ausstieg in verschiedenen Szenarien mit durchdenken“, erklärte Stark.

EZB

Nötig sei auch eine Debatte über die überbordende Größe des internationalen Finanzsektors. Die Dimension des Sektors „ist ein Punkt, der in seiner Bedeutung für unsere missliche Situation noch nicht von allen verstanden wird“, kritisierte Stark.

Lesen Sie das vollständige Interview in der Freitagsausgabe des Handelsblatts.

 

  • 28.03.2012, 01:27 Uhrhardy

    @btw

    Verdammt, ich habe ihn (den Satz) sofort verstanden: Der Drucksetzer hat die Zeile 2 mit Zeile 3 vertauscht. "Es ist kein Amt Staub zu sein". Stimmt. Man _ist_ Staub, man wird dazu nicht berufen oder dafür bezahlt.

    Und dafür haben Sie 14 Jahre gebraucht?

    Meine Variante dazu kommt von Van Morrison

    "What's my life? I'm happy cleaning windows"

    Zen, mein Lieber, Zen ...

  • 28.03.2012, 01:19 Uhrhardy

    Hannemann, geh' du voran!

    "Eine neue Partei würde aus dem Stand locker auf 20% kommen, weil die Wähler wissen, dass es um ihre Zukunft geht."

    Klar, wenn sie fortschrittlich ist - die Piraten haben kein Problem damit, sich respektable Ergebnisse zu verschaffen, währen die Parteien des gut gepflegten bürgerlichen Vorurteils gegen die Herrschenden immer unter "Andere" unter 5 % (alle zusammen) firmieren.

    Herr Leineweber, Sie mögen zwar als einäugiger König der Blöden sein, aber im Grunde dreschen Sie hier einen Phrasencoctail, von dem die geistig minder bemittelten sich zwar einen gehörigen Rausch fangen, der aber trotzdem eben nur Phrasen und nichts erhellendes zu bieten hat ausßer

    "Habe ich Euch das nicht schon immer gesagt?????"

    Yep - und es war schon immer falsch.

    "Gebührenden Respekt zollen"

    Ach was, die Herrschaften werden von uns bezahlt, ich finde, das ist "Zoll" genug.

  • 25.03.2012, 20:11 UhrMike123

    Aus der Soziologie weiss man, dass große Organisationen letztlich alle 10 bis 30 Jahre in eine Krise fallen und ein Re-Set benötigen. Manche Organisationen gehen gestärkt aus der Krise, andere verschwinden für immer. Unsere Parteien-Landschaft ist über 60 Jahre alt, unsere Bürokratie und Beamtentum zum Teil über 100 Jahre alt.

    Eine komplette Reform ist also längt überfällig! Jeder von uns kennt hunderte von Beispielen, wo sinnlose Entscheidungen, die meistens (unser) Geld kosten, getroffen werden. Andererseits haben wir nicht die Mittel, Krankenschwestern oder Kinder-gärtnerinnen ordentlich zu bezahlen. Oder in Zukunft die Pensionisten.

    Diese Überlegung gilt m.E. nicht nur für Deutschland, am Ende sind alle "alten Euro-Länder" (also nicht Ost-Europäer) mehr oder weniger in der gleichen Situation.

    Wie kamen Reformen von Staatsgebilden in der Vergangenheit zu Stande? In der Regel ging der Reform eine Revolution voraus, besonders wenn die jeweiligen Herrscher es maßlos übertrieben haben. Sind wir nicht schon bald an diesem Punkt angelangt?

    Die Frage, die sich folglich jeder Leser stellen muss: was können wir tun, um eine Revolution zu vermeiden? Wie kann man dieses Parteiensystem, dessen Ziel der permanente eigene Machterhalt ist (und zwar koste es was es wolle), auszuhebeln, um eine Reform von Grund auf vorzunehmen?

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