Experten verwundert
Japans Regierung verspricht hohe Wachstumsraten

Ambitioniert: Um ein Viertel will Ministerpräsident Shinzo Abe das Bruttoinlandsprodukt Japans steigern. Einen Zeitraum dafür nennt er aber nicht. Dennoch sind Experten über die ehrgeizigen Ziele des Premiers erstaunt.

TokioJapans Ministerpräsident Shinzo Abe hat sich ehrgeizige Ziele für das Wirtschaftswachstum seines Landes gesetzt. Auf einer Pressekonferenz stellte er am Donnerstag in Aussicht, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um fast ein Viertel auf umgerechnet 4,47 Billionen Euro (600 Billionen Yen) hochtreiben zu wollen. Eine Zeitvorgabe dafür nannte er allerdings nicht.

„Die Wirtschaftsentwicklung bleibt unser oberstes Ziel“, sagte Abe. Japan wolle Fortschritte, um den Menschen ein besseres Leben zu bieten. Unter anderem solle das Sozialversicherungssystem reformiert werden, um Arbeitnehmer mit Kindern besser zu unterstützen und auch auf die steigende Zahl älterer Menschen vorbereitet zu sein, erklärte Abe, der zehn Monate vor der nächsten Wahl bereits um Stimmen wirbt.

Bei Experten stieß das BIP-Ziel teilweise auf Verwunderung, unterstellt es doch Wachstumsraten, die Japan in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht vorweisen konnte. Ohne weitere radikale Reformen sei dies unrealistisch, sagte etwa Ökonom Daiju Aoki vom Wertpapierhändler UBS Securities. „Selbst bei einem Wachstum von jährlich drei Prozent braucht es dazu sieben Jahre.“ Das BIP des abgelaufenen Jahres liegt nominal ein Prozent unter dem Niveau von 1994.

Allerdings ist die japanische Wirtschaft – weltweit nach den USA und China die drittgrößte – seit Abes Amtsantritt Ende 2012 um 5,8 Prozent gewachsen. Dazu trug die extrem lockere Geldpolitik der Zentralbank ebenso bei wie eine Rally am Aktienmarkt. 2014 lag die Summe aller Waren und Dienstleistungen bei 3,64 Billionen Euro (491 Billionen Yen).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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