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Export-Rückgang: In der Euro-Zone bahnt sich eine Rezession an

Ein Rückgang der Exporte in der Eurozone deutet auf eine drohende Rezession hin. Laut Eurostat gingen die Ausfuhren im Juli gegenüber dem Vormonat um zwei Prozent zurück. Das Vertrauen in die Wirtschaft sinkt.

Ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum belastet die Nachfrage. Quelle: dpa
Ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum belastet die Nachfrage. Quelle: dpa

LuxemburgDie Ausfuhren der Eurozone sind im Juli gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um zwei Prozent zurückgegangen. Das teilte das Statistikamt der Europäischen Union, Eurostat, am Montag in Luxemburg mit. Damit mehren sich die Anzeichen für eine Rezession, nachdem die Wirtschaft bereits im zweiten Quartal geschrumpft war.

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Im Juni waren die Exporte der 17 Länder umfassenden Region noch um 2,4 Prozent gewachsen. Die Importe schrumpften im Juli um 1,2 Prozent, der Handelsbilanzüberschuss verringerte sich von 9,3 Mrd. Euro auf 7,9 Mrd. Euro.

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Europäische Unternehmen sehen sich vor dem Hintergrund der Sparprogramme der Regierungen und der sich abkühlenden Weltkonjunktur mit einer zurückgehenden Nachfrage konfrontiert. Die Europäische Zentralbank hat ihre Wachstumsprognose für dieses und das kommende Jahr herabgesetzt. Zudem wiederholte die EZB ihre Absicht, gemeinsam mit dem Rettungsfonds Staatsanleihen aufzukaufen, um die Schuldenkrise der Region zu bekämpfen.

„Eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums belastet zunehmend die Nachfrage aus dem Ausland“, sagte Howard Archer, Chefökonom für Europa bei IHS Global Insight in London. „Dies bekräftigt die Erwartungen, dass die Eurozone in dritten Quartal auf einen weiteren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zusteuert. Die wachsenden Exporte waren zuvor einer der wenigen Positivfaktoren“, fügte er hinzu.

Konjunkturprognosen der vergangenen Monate

  • BDI

    Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, rechnet mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Er ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung.

  • Bundesregierung

    Die Bundesregierung geht für 2013 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus.

  • Sachverständigenrat

    Genau wie die Bundesregierung rechneten auch die "fünf Weisen" aus dem Sachverständigenrat zuletzt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Wegen des starken Einbruchs im vierten Quartal 2012 haben sie den Wert jedoch auf 0,3 Prozent mehr als halbiert.

  • RWI

    Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose wurde die Schätzung um 0,7 Punkte zurückgenommen.

  • Internationaler Währungsfonds

    Optimistischer ist der Internationale Währungsfonds (IWF). Er sagte für 2013 ein Plus von 0,9 Prozent voraus - allerdings im Oktober.

  • EU-Kommission

    Zum Lager der Optimisten gehört die EU-Kommission. Für Deutschland erwartet sie 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Das ist besser als die Erwartung für den Euroraum. Hier rechnet sie sogar mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Grund für die langsame Entwicklung sind die schlechte Binnennachfrage einiger Länder und große konjunkturelle Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

  • Bundesbank

    Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsbericht vom Dezember für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll dies auf 1,9 Prozent steigen.

  • DIW

    Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Damit hat es seine Erwartungen nach unten korrigiert. Zuvor war es von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 rechnet das DIW mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.

  • Ifo-Institut

    Das Münchner Ifo-Institut geht für 2013 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Die Spanne der Schätzung reicht von minus 0,6 bis plus 2,0 Prozent.

Die deutschen Exporte sind im Juli um 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat geschrumpft. In Frankreich ging der Wert um 0,2 Prozent zurück, die Ausfuhren von Spanien und Portugal fielen um 1,4 Prozent. Die griechischen Exporte sind um sieben Prozent eingebrochen und Italien wies am Montag ein Minus von 4,5 Prozent aus. Irland konnte hingegen ein Plus von 1,5 Prozent berichten.

  • 18.09.2012, 07:27 Uhrfree

    Ja was den nun?
    Zitat Artikel
    "Im Juni waren die Exporte der 17 Länder umfassenden Region noch um 2,4 Prozent gewachsen. Die Importe schrumpften im Juli um 1,2 Prozent, der Handelsbilanzüberschuss verringerte sich von 9,3 Mrd. Euro auf 7,9 Mrd. Euro."

    Exportsteigerung im Juni,
    Importe Minus 1,2 % im Juli
    Handelsbillianzüberschuss geschrumpft, wann denn, Juni oder Juli?

    Liebes Handelsblatt, was ist das für ein Berichtsniveau?

  • 17.09.2012, 19:28 UhrMachiavelli

    Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
    Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
    Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
    Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
    Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.
    Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer entgegen wirken.

  • 17.09.2012, 18:56 UhrDeutscherMichel

    1. im Moment leben wir wie Gott in Frankreich und z.T. auf Kosten der schwächeren EU-Länder die sich gegen unsere Exportlawine wegen der EU-Verträge (Freihandelszone) nicht wehren können und nicht wehren dürfen. Somit können wir unsere Arbeitslosigkeit über unseren Leistungsbilanzüberschuss exportieren (15 Milliarden im Schnitt PRO MONAT und das seit 17 Jahren)
    2. Die paar Milliarden die wir jährlich netto an Brüssel zahlen müssen sind Peanuts im Verhältnis zum Leistungsbilanzüberschuss den wir durch unseren Mitgliedsbeitrag an Brüssel (EU) realisieren dürfen und können.
    3. Den meisten Deutsche geht es besser als anderen EU-Bürger, und, egal wie es den anderen EU-Ländern geht, auch wenn in Spanien und Portugal die Jugendarbeitslosigkeit bei mehr als 50% liegt, wen juckt denn das? Den Herr Weidmann bestimmt nicht und mich schon gar nicht!
    4. Wenn es Deutschland nicht mehr gefällt, kann und darf es jederzeit aus der EU/Währungsunion austreten.

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