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Exportwirtschaft: US-Außenhandelsdefizit auf 20-Monats-Hoch

Die Reihe von schlechten Konjunkturdaten aus den USA nimmt kein Ende. Im Juni wurde deutlich weniger ex- als importiert. Das Außenhandelsdefizit übertraf dabei die Schätzungen der Analysten. Gerade die Bilanz gegenüber China ist schlecht - und die USA wittern unlauteren Wettbewerb.

Das US-Handelsdefizit ist deutlich stärker gestiegen, als erwartet. Quelle: ap
Das US-Handelsdefizit ist deutlich stärker gestiegen, als erwartet. Quelle: ap

HB WASHINGTON. Die US-Exporteure haben anders als ihre Konkurrenten aus China und Deutschland im Juni einen Rückschlag erlitten. Die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen schrumpften um 1,3 Prozent auf 150,5 Mrd. Dollar, teilte das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Das ist das schlechteste Ergebnis seit April 2009. Während die Autoexporte so stark zulegten wie seit Oktober 2008 nicht mehr, schrumpften die Ausfuhren von Vorleistungs- und Kapitalgütern sowie Lebensmitteln.

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Dagegen zogen die Importe um drei Prozent auf 200,3 Mrd. Dollar ab. Das ist der höchste Wert seit Herbst 2008, als sich die Wirtschaftskrise durch den Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers rasant beschleunigte. Besonders kräftig stieg die Nachfrage nach Konsumgütern. Das Außenhandelsdefizit - die Differenz zwischen Exporten und Importen - weitete sich um 18,8 Prozent auf 49,9 Mrd. Dollar aus. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Fehlbetrag von 42,0 Mrd. Dollar gerechnet.

Besonders groß ist das Handelsdefizit mit China, das mit 26,2 Mrd. Dollar so hoch ausfiel wie seit über anderthalb Jahren nicht mehr. US-Politiker werfen der Volksrepublik vor, sich mit einem künstlich niedrig gehaltenen Yuan Wettbewerbsvorteile zu erschleichen. Einige Kongressabgeordnete halten die chinesische Währung für mindestens 25 Prozent unterbewertet. Zwar hat die Regierung in Peking die Kopplung des Yuan an den Dollar im Juni aufgegeben, doch hat die Währung seither kaum aufgewertet.

Das US-Handelsbilanzdefizit wird an den Märkten mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Weil die USA mehr konsumieren als sie produzieren, muss die Lücke durch massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland geschlossen werden.

  • 12.08.2010, 07:21 UhrAnonymer Benutzer: Mission to Mars

    es ist erstaunlich wie sich die USA von China ueberrollen lassen. Aber die europaeischen Laender sind auch nicht mehr weit entfernt von der asiatischen Uebernahme.
    China, mit all seinen Subventionen und Waehrungskontrollen, geniesst sogar den"Most Favorite Nation Status" mit den USA. Das heisst, das China seine Gueter einfacher und ungehindert in die USA einfuehren kann als viele andere Laender.
    Fast alle Produkte des taeglichen Gebrauchs in den USA kommen aus China.
    Die USA konzentrieren sich auf Militaer, Sicherheit und eine Mission zum Mars.

  • 11.08.2010, 21:09 UhrAnonymer Benutzer: k.h.a.

    Vor gar nicht langer Zeit vor der Krise jubelten die Analysten, daß die Außenhandelsdefizite der USA überhaupt kein Problem darstellten, denn sie würden mit leichter Hand vom Ausland speziell China gern finanziert, denen je sonst kaum eine Möglichkeit bliebe, ihre großen Überschüsse anzulegen. Und alles ging weiter: in die falsche Richtung. Der Grundfehler im Whitehouse war, daß Nr.44 sich von den sog. Neu-Keynesianern (Frau Romer, etc.) längst widerlegte und vom Erfinder selbst für falsch erklärte Nachfrageprogramme des Staates aufschwatzen ließ, weil er nichts verstand und noch weniger wußte. Wallstreeter rieben sich die Hände, weil damit für sie klar war, daß sie erstens weiter ordentlich verdienen konnten und zweitens nicht zur Verantwortung gezogen würden. Nur der kleine Hussein Obama verstand die Welt nicht und das hat sich nicht gebessert. Allerdings: in Europa, speziell Deutschland ist bloß noch ein wenig mehr Geld in der Kasse - verstanden hat bei unserer Politcamarilla auch niemand etwas (oder verschloß die Augen in der zweiten Reihe).

  • 11.08.2010, 20:53 UhrAnonymer Benutzer: WFriedrich

    Zitat: "Weil die USA mehr konsumieren als sie produzieren, muss die Lücke durch massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland geschlossen werden".

    Die Geschäftsidee scheint kurzfristig gut, ja geradezu verlockend zu sein. Kleinanleger stellen sich die Frage, ab wann ein Missverhältnis zwischen Chancen und Risiken entsteht. Eine Einschätzung seitens repräsentativer Gläubiger und des Schuldners wäre interessant. interessant ist auch die Frage, weshalb es nicht gelingt, das zufließende Auslandskapital zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit einzusetzen, statt für Privatkonsum, der nicht auf zuvor erbrachter Arbeitsleistung gründet. Diese Frage generiert die nächste Frage: Welche wirtschaftspolitischen Strategien hat die Administration, um die Wettbewerbsfähigkeit der Angebotsseite durchgreifend zu erhöhen. Über ein hohes innovatives Potential verfügt zweifelsfrei die Rüstungsindustrie. Deren vergleichsweise hohe Kosten und Preise (infolge des hohen Anteils von staatlicher Nachfrage) hemmt vmtl. die branchenübergreifende Verwertung dieser innovativen Potentiale. Fazit: wer bei uns über hohen Wettbewerbsdruck klagt, verkennt seinen zukunftsweisenden Hebel. Das wirtschaftspolitische Augenmerk in Deutschland auf die Angebotsseite trägt nun Früchte; zuvor stand es massiv in Kritik.

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