EZB-Aufsicht
Draghi rüstet Bankenkontrolle auf

Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank wollen die seit knapp einem Jahr bestehenden Bankenaufsicht weiter aufstocken. Von über 200 zusätzlichen Aufsehern ist die Rede. Bezahlen müssten das die Banken.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) will einem Insider zufolge ihre Bankenaufsicht in den nächsten zwei Jahren personell um rund ein Viertel aufstocken. Es habe sich nach den Erfahrungen der Anfangsmonate gezeigt, dass für die Fülle der Aufgaben die bisherige Mitarbeiterzahl nicht ausreiche, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Freitag. „Geplant ist eine Aufstockung um rund 230 Mitarbeiter.“ Die „Börsen-Zeitung“ hatte zuvor von einer ähnlichen Erhöhung berichtet. Die EZB-Bankenaufsicht war im vergangenen Herbst zunächst mit rund 1000 Mitarbeitern an den Start gegangen - davon 750 Bankenaufseher.

Die EZB ist seit November 2014 direkt für die Aufsicht über die 123 größten Banken der Euro-Zone zuständig. Darunter sind 21 deutsche Institute. Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (SSM) setzt sich aus der EZB und den nationalen Aufsichtsbehörden der Länder der Währungsunion zusammen.

Mit der Aufstockung des Personals dürften auch die Kosten für die Banken steigen. Denn alle Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Aufsicht anfallen, holt sich die Zentralbank von den Geldhäusern zurück. Alleine der Gesundheitscheck, mit dem die EZB vor der Übernahme der Aufsicht 2014 alle Großbanken durchleuchtet hat, kostete die Institute nach früheren Schätzungen von Experten rund 500 Millionen Euro. Für die laufende EZB-Aufsicht in diesem Jahr müssen die Banken 296 Millionen Euro berappen - 30 Millionen Euro kostete die Aufsicht für die Monate November und Dezember 2014. Für die einzelnen Banken werden die Gebühren nach einem Schlüssel berechnet, der unter anderem das Risikoprofil und die Größe des Instituts berücksichtigt. „Wir werden die Rechnungen an die Banken in den nächsten Wochen rausschicken“, sagte der Insider.

Die EZB hatte bereits im April angedeutet, dass sich mit zunehmendem Wissen über die Banken noch weitere Aufsichtsthemen ergeben könnten. Dies würde dann auch die Kosten beeinflussen. Dem Insider zufolge sollen zwei Drittel der neuen Mitarbeiter 2016 dazu stoßen - die übrigen 2017.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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