EZB-Chef
Draghi lobt Start der Anleihekäufe

Das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank läuft derzeit auf Hochtouren. Für Mario Draghi steht dabei viel auf dem Spiel. Doch momentan sieht der EZB-Chef keinen Grund zur Sorge – eher im Gegenteil.
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Brüssel/FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) ist nach eigener Einschätzung gut in ihr über eine Billion Euro schweres Anleihenkaufprogramm gestartet. „Zu diesem Zeitpunkt sehen wir keine Anzeichen dafür, das es für uns nicht genug Anleihen zu erwerben gibt“, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Montag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss im Europaparlament in Brüssel. Die Währungshüter seien auf Kurs, wie geplant im März Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro zu erwerben.

In dieser Höhe will die EZB bis September 2016 jeden Monat Bonds kaufen. Untergrenze ist dabei eine Rendite von minus 0,2 Prozent – das entspricht dem aktuell geltenden Einlagenzins. Die Währungshüter wollen mit ihrem Programm – im Fachjargon „QE“ (Quantitative Easing) genannt – die Kreditvergabe der Banken anheizen und damit die Konjunktur beflügeln.

Draghi zufolge beginnen die gesunkenen Finanzierungskosten für Banken bereits die Kreditkosten für Haushalte und Firmen zu beeinflussen. Durch die gesunkenen Kreditzinsen würden auch neue Investitionsprojekte – die bislang als unprofitabel galten – attraktiv werden. Nach Einschätzung des EZB-Präsidenten befindet sich die Wirtschaft im Euro-Raum auf Erholungskurs.

Kurzfristig sollte dies die Nachfrage nach Krediten und Investitionen unterstützen. „Die jüngsten Daten und Umfragen zeigen, dass das Wachstum an Schwung gewinnt“, sagte Draghi. Die Grundlage für die wirtschaftliche Erholung des Währungsraums habe sich deutlich verstärkt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Warten wir´s mal ab. Ergänzend und etwas präziser schreibt die Wirtschaftswoch heute:

    >Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bisher im Rahmen ihres massiven Staatsanleihen-Programms Bonds für 26,3 Milliarden Euro erworben. Die Zahl umfasse Käufe bis zum 20. März, teilten die Euro-Währungshüter am Montag mit. <

    Nach meiner laienhaften Berechnung ist das noch nicht einmal die Hälfte der angestrebten 60 Milliarden und der März ist fast vorbei. Zu befürchten ist wohl auch, daß es mit der Zeit noch mehr nachlässt, wenn kaum noch jemand etwas verkaufen will oder zu verkaufen hat.

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