EZB-Chef Mario Draghi
„Anleihenprogramm liegt voll im Plan“

Trotz der Turbulenzen am Rentenmarkt läuft nach Meinung der Währungshüter das Programm zum Kauf von Staatsanleihen reibungslos. Damit habe man sogar die Gefahr einer fatalen Spirale gebannt, sagt die EZB.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) liegt laut Mario Draghi mit ihrem über eine Billion Euro schweren Programm zum Kauf von Staatsanleihen voll auf Kurs. Das Vorhaben laufe reibungslos, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Brief des EZB-Präsidenten an einen Europa-Parlamentarier. Der Umfang der Käufe entspreche den Planungen, die monatliche Käufe von Staatsbonds und anderen Wertpapieren von 60 Milliarden Euro vorsehen. „Sorgen über die Knappheit von Anleihen sind daher zu diesem Zeitpunkt nicht gerechtfertigt.“ Aktuell haben die Währungshüter mit ihrem Kaufprogramm bereits die Marke von 100 Milliarden Euro wohl geknackt.

Zuletzt hatte es am Rentenmarkt heftige Turbulenzen gegeben. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen und weiterer Bonds aus Spanien und Italien waren in den vergangenen Tagen deutlich nach oben geschnellt. Wegen der heftigen Sprünge hatten einige Marktteilnehmer bezweifelt, ob die EZB den anvisierten monatlichen Umfang der Käufe einhalten kann.

Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel trat dem jedoch entgegen: „Mir sind die Gerüchte am Markt bekannt, wonach es Probleme bei den Ankäufen gebe. Das stimmt nicht: Die Käufe sind gut umzusetzen und das beabsichtigte Kaufvolumen wurde bis dato erreicht“, sagte Nagel der Nachrichtenagentur Reuters. Die Bundesbank ist demnach täglich „mit mehreren Hundert Millionen Euro am Markt für deutsche Staatspapiere aktiv“. Die EZB und die nationalen Notenbanken wollen bis September 2016 Wertpapiere im Gesamtumfang von 1,14 Billionen Euro erwerben. Darin sind auch Pfandbriefe („Covered Bonds“) und Hypothekenpapiere („ABS“) enthalten.

Momentan sieht Draghi keinen Grund, an der Zusammensetzung der Käufe etwas zu ändern. „Das Programm ist hinreichend flexibel, um geändert zu werden, sollten sich die Umstände ändern“, fügte er in dem Schreiben hinzu. Die Währungshüter starteten ihre große Geldschwemme für das Bankensystem am 9. März. Mit dem in der Fachwelt „Quantitative Easing“ (QE) genannten geldpolitischen Schritt will Draghi die Kreditvergabe der Banken anschieben, womit der Konjunktur in der Euro-Zone auf die Sprünge geholfen werden soll.

Die Gefahr einer fatalen Spirale aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen sehen mache Währungshüter durch QE nun aus der Welt geschafft. „Diejenigen, die darauf gewettet haben, dass Europa eine Deflation erlebt, haben ihre Wette verloren“, sagte EZB-Direktor Yves Mersch in Barcelona.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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