EZB-Direktor Benoit Coeure: Wahl in Griechenland „beeinflusst uns nicht“

EZB-Direktor Benoit Coeure
Wahl in Griechenland „beeinflusst uns nicht“

Die Griechen wählen am 25. Januar ein neues Parlament. Auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank über mögliche Staatsanleihenkäufe habe das aber keinen Einfluss, sagt EZB-Direktor Benoit Coeure.
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BerlinDie bevorstehende Wahl in Griechenland hat nach Aussage von EZB-Direktor Benoit Coeure keinen Einfluss auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank über Staatsanleihenkäufe. „Das beeinflusst uns überhaupt nicht. Eine Wahl dort ändert nichts am Lauf der Geldpolitik“, sagte Coeure der Zeitung „Die Welt“ (Dienstagausgabe).

Zugleich bekräftigte er, dass die EZB einem Schuldenschnitt der von der Zentralbank gehaltenen griechischen Staatsanleihen nicht zustimmen könne. „Selbst eine Verlängerung der Laufzeiten ist mit uns nicht zu machen, weil wir es schlicht nicht dürfen.“

Die EZB werde vom Verbot der Staatsfinanzierung nicht abrücken. „In dieser Frage gibt es keinerlei Spielraum für Zugeständnisse und Interpretationen.“

Der EZB-Rat will am 22. Januar, wenige Tage vor der Neuwahl in Griechenland, über mögliche Staatsanleihenkäufe im großen Stil entscheiden. Mit dem Programm sollen die maue Kreditvergabe und die lahmende Wirtschaft in der Euro-Zone angekurbelt sowie eine drohende Deflation bekämpft werden.

Coeure sagte, die EZB sei „auf jeden Fall in der Lage, am 22. Januar eine Entscheidung zu treffen. Was nicht bedeuten muss, dass wir tatsächlich schon entscheiden.“

Die Griechen wählen am 25. Januar ein neues Parlament. In Umfragen liegt die linksgerichtete Oppositionspartei Syriza vorne. Sie hat angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die Vereinbarungen mit den internationalen Geldgebern zu ändern und den Sparkurs zu lockern.

Griechenland wird seit 2010 mit Rettungsprogrammen in Milliarden-Höhe von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfond (IWF) gestützt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EZB-Direktor Benoit Coeure: Wahl in Griechenland „beeinflusst uns nicht“"

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  • Zugleich bekräftigte er, dass die EZB einem Schuldenschnitt der von der Zentralbank gehaltenen griechischen Staatsanleihen nicht zustimmen könne. „Selbst eine Verlängerung der Laufzeiten ist mit uns nicht zu machen, weil wir es schlicht nicht dürfen.“

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    ABER die " EU " darf sich erlauben...

    den LISSABONNER VERTRAGSBRUCH DER EU ?????????????????????

    Dieser kostet an alle EU-Steuerzahler jährlich

    280 MILLIONEN EURO...an Verschwendung !!!

    Wo hat die EU Moral...wo hat die EU keine Moral ?????

    EU...wie schreibst DU das Wort " MORAL " ????????????







  • SCHÄUBLES TRICK:

    - die 150 MILLIARDEN ÜBERNOMMENE "BÜRGSCHAFTEN" ZÄHLEN BEI IHM NICHT ALS SCHULDEN. Die Fälligkeit ist erst, wenn der Schuldenschnitt kommt. HINTERHÄLTIG und PERFIDE ist das. So rechnet er sich schöne schwarze Zahlen. Gespart wird vor allem bei der Polizei und der Bundeswehr die "verrotten" langsam. VORTEIL: Durch fehlende Aufklärung von Verbrechen wird auch noch die Statistik "geschönt".

  • Wahl in Griechenland „beeinflusst uns nicht“

    Wirklich?

    Ein Austritt Griechenlands bedeutet unweigerlich das Ende des Euro.
    Die Behauptung, Athen könne ohne Folgen austreten, ist falsch.

    Um es kurz zu fassen: Der Euro-Großsummen-Zahlungsverkehr wird über das Euro-Transfersystem Target2 abgewickelt (unter www.target-2.de näheres dazu). Anders als das teils entsprechende amerikanische Fedwire-System kennt Target2 keine Ausgleichspflicht zwischen den nationalen Zentralbanken der Eurozone!
    Guthaben und Schulden werden täglich bei der EZB saldiert.

    Dies ist gewissermaßen die gewollte Sollbruchstelle des Eurosystems: Ein Ausstiegs irgendeines Landes – mit EZB-Guthaben oder EZB-Schulden - ist ausgeschlossen.

    Es existieren nur 2 Alternativen: Entweder das System wird um jeden Preis gestützt oder es bricht zusammen!

    Dazwischen gibt es nichts: Keinen Austritt irgendeines Eurostaates wie etwa Griechenland, auch keinen „geordneten, zeitlich gestreckten Austritt/Hinauswurf“ irgendwelcher Eurostaaten.

    Schon die ernsthafte Diskussion über das Ausscheiden irgendeines Eurostaates beeinträchtigt das Vertrauen in das System und sofort fließen über Nacht via Target2 riesige Milliardengelder in vermeintlich sichere Häfen und stressen das System bis zum Anschlag der Zwangsabschaltung.

    Die Bewegungen an den Finanzmärkten sind das sofort sichtbare Ergebnis ansatzweise aufkommenden Misstrauens in den Bestand des Eurosystems = die Fortführung unbegrenzter Rettungsmaßnahmen zu Gunsten superreicher Investoren auf Kosten der Normalbürger.

    Sollten weitere Nachrichten dieser Art folgen, nimmt die Vertrauenskrise Fahrt auf und wird wegen der Funktion von Target2 über Nacht den Euro zerstören - unausweichlich!

    Schlussfolgerung: Die politische Klasse der Eurozone wird zur Sicherung des eigenen Überlebens (aber keinesfalls im Interesse ihrer Bürger) den Austritt Griechenland um jeden Preis verhindern, da anderenfalls ihr Untergang und der des Euro besiegelt wäre.

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