EZB
Notenbank drosselt Tempo der Anleihenkäufe

Die Europäische Zentralbank hat das Tempo ihrer Anleihenkäufe in der letzten Aprilwoche leicht zurückgefahren. Mit dem Erwerb der Papiere wollen die Währungshüter Staatsanleihenkäufe für Banken weniger rentabel machen.

Frankfurt/BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) hat zuletzt ihre Anleihenkäufe etwas zurückgefahren. Die Euro-Wächter erwarben in der Woche bis zum 29. April Staatspapiere im Volumen von 17,5 Milliarden Euro, wie die EZB am Montag mitteilte. In der Woche zuvor waren es 19,9 Milliarden. Trotz des Rückgangs lagen die Wertpapierkäufe der Notenbank im April insgesamt auf einem Rekordwert von 85,2 Milliarden Euro. Der größte Anteil entfiel dabei auf Staatsanleihen der Euro-Länder (78,5 Mrd. Euro).

Im März hatte der EZB-Rat beschlossen, die monatlichen Wertpapierkäufe von 60 auf 80 Milliarden Euro auszuweiten. Dies ist der angestrebte monatliche Durchschnittswert.

Mit dem Erwerb will die EZB Staatsanleihekäufe für Banken weniger rentabel machen und mit dafür sorgen, dass die Finanzinstitute mehr Kredite an die Wirtschaft vergeben. Auf diese Weise soll die Konjunktur mehr Schub erhalten und die Inflation angeheizt werden. Die Verbraucherpreise sanken zuletzt leicht. Die Notenbank strebt dagegen mittelfristig eine Jahresteuerung von knapp zwei Prozent als Idealwert für die Wirtschaft an.

Die Niedrigzinspolitik der EZB hat Draghi gegen die anhaltende Kritik verteidigt. Angesichts der wirtschaftlichen Situation und der unerwünscht niedrigen Inflation sei diese ultralockere Geldpolitik derzeit ohne Alternative, sagte er am Montag in Frankfurt. Zugleich räumte der Italiener ein, dass die Nullzinsen „nicht unschädlich“ seien. Doch seien sie nicht der Grund für die Herausforderungen, vor denen die Weltwirtschaft stehe, sondern vielmehr ein Symptom.

Bundesbankchef Jens Weidmann hat von der EZB Augenmaß bei der Niedrigzinspolitik gefordert. Es komme entscheidend darauf an, dass die Phase des billigen Geldes nicht länger dauere als mit Blick auf die Preisstabilität unbedingt nötig sei. Draghi wurde jüngst in Deutschland wegen der ultra-lockeren Geldpolitik der EZB scharf angegriffen. Sparkassen und Banken in Deutschland beklagen seit langem, dass ihnen Erträge aus dem Zinsgeschäft wegbrechen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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