EZB-Protokoll
Währungshüter über mögliche Brexit-Folgen besorgt

Schon vor der Abstimmung in Großbritannien haben sich die Banker der EZB Gedanken über Brexit-Folgen gemacht: Offenbar haben die Währungshüter im Rat auch über den Kauf von Staatsanleihen diskutiert.

FrankfurtDie Abstimmung der Briten über einen EU-Austritt ihres Landes hat schon im Vorfeld bei den Währungshütern der Europäischen Zentralbank (EZB) Sorgen ausgelöst. Der EZB-Rat stimme überein, dass dies „eine wichtige Quelle der Unsicherheit“ für die Entwicklung der Konjunktur sei, hieß es im Protokoll der EZB-Ratssitzung in Wien vom 2. Juni, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Sollte das Land für einen EU-Austritt stimmen, könnte dies erhebliche, aber schwer vorhersagbare Folgen für die Euro-Zone haben. Handel und Finanzmärkte könnten betroffen sein.

Die Briten hatten drei Wochen nach der Ratssitzung in einem Referendum für einen EU-Austritt des Landes votiert. Das führte zeitweise zu erheblichen Verwerfungen an den Finanzmärkten. Weltweit versuchten die großen Notenbanken daraufhin beruhigend auf die Märkte einzuwirken. Die EZB zeigte sich bereit, Institute im Notfall im Währungsraum mit ausreichend Liquidität zu versorgen – in Euro und in anderen Währungen.

Aus dem Protokoll der Ratssitzung geht auch hervor, dass die Währungshüter mögliche Knappheitsprobleme auf den Märkten bei manchen Staatsanleihen in ihrem billionenschweren Kaufprogramm diskutierten. Erhöhte Preisschwankungen könnten die Folge sein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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