EZB-Ratssitzung: Zypern ist beim Anleiheprogramm dabei

EZB-Ratssitzung
Zypern ist beim Anleiheprogramm dabei

Zypern ist dabei: Die Regierung in Nikosia signalisierte, dass das Land ebenfalls beim billionenschweren Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank mitmachen will. Obwohl die Auflagen relativ hart sind.
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NikosiaZypern will ab Mitte April auch am billionenschweren Anleihe-Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) teilnehmen. Zwar sei die Regierung der Insel derzeit dazu nicht berechtigt, sagte eine Person, die mit den Gesprächen zwischen Präsident Nicos Anastasiades und EZB-Chef Mario Draghi am Mittwoch vertraut war.

Das Parlament werde jedoch "innerhalb von Tagen" ein neues, von der EZB verlangtes Gesetz zu Zwangsvollstreckungen verabschieden. Die Geldgeber sollen dann ihre nächste Prüfung bis zum 15. April abschließen. Danach könne auch Zypern teilnehmen.

Zypern war 2013 mit rund zehn Milliarden Euro vor der Pleite gerettet worden. Am Donnerstag findet die auswärtige Ratssitzung der EZB auf Zypern statt. Sie wird mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, weil in diesem Monat die EZB ihr Anleihe-Kaufprogramm starten will.

Mit den Wertpapierkäufen nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed will Draghi Inflation und Konjunktur im Euro-Raum anheizen und ein gefährliches Abrutschen der Wirtschaft in eine Spirale aus fallenden Preisen und schrumpfenden Investitionen verhindern. Die Finanzmärkte wollen jetzt unter anderem wissen, wann genau die Käufe beginnen und welche Titel die EZB in welchem Umfang erwerben will.

An den Zinsen können die Zentralbanker nicht mehr viel drehen. Der Leitzins in der Euro-Zone liegt mit 0,05 Prozent bereits seit September an der Nulllinie. Mit einer weiteren Senkung rechnen Beobachter daher nicht. Mit Spannung erwartet wird aber, ob die Währungshüter ihre Wachstumsprognosen für das Euro-Währungsgebiet nach oben korrigieren. EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hatte bereits angedeutet, dass die EZB-Fachleute die Konjunkturaussichten inzwischen etwas günstiger beurteilen als noch im Dezember.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es ist absurd, daß Zypern als ein Land, dessen Geschäftsmodell auf organisierter Steuerhinterziehung und Geldwäsche mit Unterstützung der dort ansässigen Banken basierte, nun auch noch an dem Anleihekaufprogramm der EZB partizipieren will. Zu befürchten steht, daß es den Zyprioten mit den üblichen Tricksereien gelingen wird, die Auflagen der EZB zu erfüllen und diese dann den Geldsegen auf dieses Land herabregnen läßt.
    Die Unterstützung für dieses durch und durch korrupte Land war ein fundamentaler Fehler. Für Europa sowie die Euro Zone war und ist Zypern ohne jede Bedeutung. Hätte man Zypern die Unterstützung versagt, so hätte man damit ein Exempel statuiert, welches auch zur Disziplinierung anderer streunender Staaten der Euro Zone - allen voran Griechenland - geeignet gewesen wäre.

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