Fed-Bericht
Dollar und Ölpreis belasten die US-Wirtschaft

Die Fed hat im Dezember den Leitzins erstmals seit fast zehn Jahren erhöht. Inzwischen denken die Notenbanker laut darüber nach, wie viele Zinssschritte noch folgen sollen. Doch Dollar und Öl belasten die Wirtschaft.

WashingtonDer starke Dollar und der Ölpreisverfall belasten nach Einschätzung der US-Notenbank Fed die US-Konjunktur. Diese beiden Faktoren hätten Verbesserungen am Arbeitsmarkt und bei den Konsumausgaben zunichtegemacht, erklärte die Fed am Mittwoch in ihrem Konjunkturbericht – im Fachjargon „Beige Book“ genannt. In neun von zwölf Distrikten habe die Wirtschaftsaktivität zwischen Ende November und Anfang Januar jedoch zugelegt.

Während die Ausgaben der Verbraucher in den meisten Distrikten leicht bis moderat anzogen und es an den Arbeitsmärkten weiter aufwärts ging, sah es bei der Industrie nicht so gut aus. Der starke Dollar belaste die Nachfrage, hieß es in dem Bericht der Fed. Vor allem der Energiesektor hat derzeit wegen der niedrigen Ölpreise zu kämpfen. Der milde Winter habe beispielsweise in Cleveland und Kansas den ohnehin hohen Öl- und Gasbestand weiter ansteigen lassen und damit den Druck auf die Preise erhöht.

Die Hälfte der Distrikte geht dennoch weiter von einer weitgehend positiven Entwicklung der US-Wirtschaft aus. Die Fed hatte im Dezember den Leitzins erstmals seit fast zehn Jahren erhöht und damit ihre Geldpolitik an die wieder rund laufende Konjunktur angepasst. Der Arbeitsmarkt boomte zuletzt so stark, dass in einem Monat fast 300.000 neue Jobs entstanden. Vollbeschäftigung ist mit einer Erwerbslosenquote von 5,0 Prozent annähernd erreicht. Das Führungspersonal der Notenbank denkt daher bereits laut darüber nach, wie viele Zinsschritte dieses Jahr noch folgen sollen. Laut Fed-Vizechef Stanley Fischer könnten es bis zu vier werden. Angesichts der abflauenden Weltkonjunktur mahnt der Chef der Fed von Boston, Eric Rosengren, jedoch zur Vorsicht. Falls auch die US-Wirtschaft an Fahrt einbüße, werde die US-Notenbank womöglich behutsamer vorgehen müssen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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