Fed
Zinswende in den USA wohl nicht vor September

Eine frühe Zinswende in den USA gilt als eher unwahrscheinlich. Auch ein enger Vertrauter der Fed-Chefin Janet Yellen rechnet erst „im späteren Jahresverlauf“ mit der entsprechenden Entscheidung der US-Notenbank.
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New YorkEine frühe Zinswende in den USA ist selbst nach Ansicht eines auf lockere Geldpolitik ausgerichteten Notenbankers eher unwahrscheinlich.

Er wisse zwar nicht, wann die Entscheidung falle, betonte der Chef der Zentralbankfiliale New York, William Dudley, am Dienstag laut Redemanuskript auf einer Konferenz in Zürich. Doch hätten die Märkte wohl eine geldpolitische Straffung der Federal Reserve (Fed) im späteren Jahresverlauf eingepreist, sagte der enge Vertraute von Fed-Chefin Janet Yellen.

Dies stehe im Einklang mit Prognosen der führenden Zentralbanker der Fed, wonach die „Zinswende wahrscheinlich im späteren Jahresverlauf beginnen“ werde.

Im März hatten sie in ihren individuellen Vorhersagen im Schnitt zwei Anhebungen in diesem Jahr veranschlagt, womit der Leitzins Ende 2015 bei 0,625 Prozent liegen dürfte. Die Fed hält den Schlüsselsatz zu Versorgung der Banken mit Geld seit Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Anders als noch im März hatte sie im April die Zinswende für die nächste Sitzung zwar nicht ausdrücklich ausgeschlossen. Doch die meisten Experten erwarten nicht, dass es im Juni soweit sein wird. Als wahrscheinlicher Zeitpunkt gilt September oder später.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Eine mögliche Zinsanhebung um 0,25 Prozent für September wird erwartet und ist von den Märkten bereits eingepreist. Damit kommt die Zinswende nicht schneller als erwartet. Die Finanzmärkte müssen also nicht reagieren, wenn tatsächlich der Zentralbankenzins im September angehoben wird. Dann ist die Ankündigung der Fedchefin auch schon ein Jahr alt und hat einen langen Bart.
    Was würden denn passieren, wenn die Wachstumsraten, die Inflation und die Beschäftigung es angeraten ließen, den Zins nicht anzuheben. Das würde die Finanzmärkte dann doch überraschen, oder? Die Wette auf die Zinssteigerung hätten sich nicht ausgezahlt. Das würde auch die Devisenmärkte treffen. Wenn dann noch die Eurozone stärker wächst als bisher angenommen, sind die Kapitalanleger in Aufruhr. Bis dahin sind es nur noch 4 Monate. Die Wahrscheinlichkeit einer Enttäuschung der Kapitalmärkte durch die Fed steigt. Die Fed ist in ihrer eigenen Politik gefangen. Noch einmal können, ja dürfen, die Märkte nicht auf die Ankündigungen der Fed vertrauen. Das kann man dann leicht am Verhalten der Märkte erkennen. Damit hat die Geldpolitik der Zentralbanken ausgespielt und das Vertrauen der Märkte verspielt. Kommt dann das Chaos? Im Oktober werden wir es wissen. Schönen Urlaub bis dahin.

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