
HB BERLIN. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat das milliardenschwere Euro-Rettungspaket als krassen Fehler bezeichnet. „Der Rettungsschirm ist für Deutschland ein unkalkulierbares Abenteuer und eine sichere Wachstumsbremse“, sagte der Chef des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Donnerstag in Berlin. Mit einem Anteil von bis zu 148 Mrd. Euro an dem Paket gehe Deutschland nicht nur unkalkulierbare Haushaltsrisiken ein und riskiere höhere Zinsen.
Sinn sieht trotz der Zuspitzung der Verschuldung in der Eurozone keine Systemkrise des Euro. Gemessen an der Kaufkraft sei die Gemeinschaftswährung „immer noch überbewertet“, sagte er. Der Ifo-Chef sieht den „fairen Kurs“ des Euros vielmehr bei etwa 1,14 $ und damit deutlich unter dem aktuellen Kurs von rund 1,24 Dollar. In der Spitze hatte der Euro 2008 fast 1,60 Dollar gekostet - der Tiefstand lag 2000 bei ungefähr 0,83 Dollar.
„Auch die Inflationsrate gibt keinen Anhaltspunkt für die Gefährdung der Währung“, sagte Sinn weiter. Die aktuelle Teuerung in Deutschland liege mit etwa 1,5 Prozent deutlich unter der durchschnittlichen Inflationsrate in der DM-Ära. „Gefährdet war in der Krise nicht der Euro, sondern die Fähigkeit der europäischen Schuldensünder, sich weiterhin so günstig zu finanzieren wie Deutschland“, so Sinn.
Nach Einschätzung des Ifo-Chefs beschert die aktuelle Schuldenkrise vor allem den Bankhäusern, insbesondere in Frankreich, massive Probleme. Mit der jüngsten Verschärfung der Schuldenproblematik drohe der Marktwert der Staatsanleihen in den Banken-Portfolios weiter zu fallen. Deshalb hätten insbesondere die Franzosen Deutschland zu einem Rettungsschirm für finanziell angeschlagene Mitgliedstaaten der Eurozone gedrängt, sagte Sinn.
„Wird der Rettungsschirm Gesetz, übernimmt Deutschland de facto die Gewährleistung für die Schulden der anderen Eurostaaten“, kritisierte der Ifo-Chef. Die Devisenmärkte hätten bereits erkannt, dass durch den Rettungsschirm das Risiko für den Euro insgesamt eher gestiegen sei. Zuvor habe sich der Verkaufsdruck der Märkte noch eher auf die Wertpapiere der Schuldenländer konzentriert. Vor allem für Deutschland stelle der Rettungsschirm „ein unkalkulierbares Abenteuer“ dar und „eine sichere Wachstumsbremse“.
@ b. Seitz
Die Einsicht besteht, aber was kann der bürger tun, außer in internetforen, Talkshows und ähnlichem sich über unsere seit Jahren unfähigen Politiker zu ärgern? Was bringen die vielen richtigen, aber nicht gehörten Diskussionsbeiträge? Der Rettungsschirm wird von unseren Abgeordneten demnächst - wider aller Vernunft - durchgewunken und vom Präsidenten unterzeichnet. Europa, insbesondere Frankreich, ist glücklich und Frau Merkel hat ihre Schäfchen sowieso im Trockenen. Nur der deutsche Normalbürger bleibt auf der Strecke und muss wie immer zahlen.
..."Händler erklärten, vor allem die Sorge, dass auch finanziell solide Staaten der Euro-Zone wie Frankreich oder Deutschland durch die von ihnen geleistete Milliarden-Hilfe etwa für Griechenland belastet würden, ängstige die Aktienmärkte. "Es gibt die Sorge, dass sie in etwas hineingezogen werden, dass unvermeidlich Auswirkungen auf europäische Aktien und schließlich die weltweite Wirtschaft haben wird", sagte der Aktienstratege Nagayuki Yamagishi von Mitsubishi UFJ Morgan Securities.“ ... (http://www.handelsblatt.com/finanzen/marktberichte/boerse-tokio-alles-dreht-sich-um-europa-nikkei-faellt;2582069;0)
Und bei unseren Politikern leuchten da nicht sämtliche Alarmglocken???? Nein, im Gegenteil – in Windeseile soll das Rettungspaket jetzt durchgepeitscht werden, ohne Rücksicht auf Verluste.
Gibt es eigentlich nicht irgendwo noch ein paar Klardenkende, die diesem Treiben ein Ende setzen können? Die Entwicklungen sind besorgniserregend...
ich mag Sinn nciht besoners, aber wo er Recht hat, hat er Recht.
Nur, warum rückt er damit erst jetzt raus?
Diese ganzen Merkel-Füße-Küsser solle man in einen Schuppen sperren und so lange drin lassen, bis sie begriffen haben, dass sie alle mit Schuld sind
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