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Finanzkrise: Bernanke warnt vor Konjunktureinbruch

Die Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft hatte sich zuletzt gemehrt. Nun bremst die US-Notenbank den Optimismus und warnt vor einem heftigen Einbruch in diesem Jahr. Um Schlimmeres zu verhindern, erwägt die Fed einen zusätzlichen Ankauf von Staatsanleihen. Die New Yorker Börse rutscht ins Minus.

Im März hatte Notenbankchef Ben Bernanke den Ankauf von Staatsanleihen angekündigt. Quelle: ap
Im März hatte Notenbankchef Ben Bernanke den Ankauf von Staatsanleihen angekündigt. Quelle: ap

HB WASHINGTON. Die US-Notenbank Fed geht für 2009 von einem Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 bis zwei Prozent aus, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung von Ende April hervorgeht. Noch Anfang des Jahres hatte sie ein Minus von maximal 1,3 Prozent vorhergesagt. In der Zinssitzung beschloss die Notenbank, dass sie die in den vergangenen Monaten begonnenen Programme zum Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen ständig hinsichtlich Umfang und Zeitplan überprüfen wird. Wie aus den Protokollen hervorgeht, wurde bereits über ein Aufstocken des Programms diskutiert.

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Der Fed-Ausblick blieb nicht ohne Folgen für die US-Börsen. Der New Yorker Aktienmarkt ging mit einem Minus aus dem Handel. Der Start am heutigen Donnerstag verlief nicht besser. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 1,5 Prozent auf 8 297 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,2 Prozent auf 892 Zähler.

„Einige Mitglieder bemerkten, dass eine weitere Erhöhung der gesamten Ankäufe zu einem gewissen Zeitpunkt durchaus gefordert sein könnte, um die Erholung der Wirtschaft zu beschleunigen“, heißt es in dem Sitzungsprotokoll. Alle seien sich aber einig gewesen, dass zunächst die Wirkung der bisher getroffenen Maßnahmen abgewartet werden sollte.

Im März hatte Notenbankchef Ben Bernanke den Ankauf von Staatsanleihen im Volumen von bis zu 300 Mrd. Dollar und zusätzliche Käufe anderer Wertpapiere von rund einer Billion Dollar für die nächsten Monate angekündigt. Finanziert werden sollen die Programme de facto durch ein Anwerfen der Notenpresse. Durch die vergrößerte Geldbasis soll die Kreditklemme gelöst und die lahmende Wirtschaft angekurbelt werden. „Wenn die Fed weitere Staatsanleihen kauft, kann das den Rentenmarkt stützen. Es funktioniert. Womöglich muss sie noch nachlegen“, sagte Michael Pond von Barclays Capital in New York.

Die Notenbanker erklärten in der Sitzung zugleich, dass sie Anzeichen für eine Verlangsamung des Abschwungs erkennen. Gleichwohl wird der prognostizierte Aufschwung im nächsten Jahr nach Ansicht der Notenbanker möglicherweise etwas schwächer ausfallen als bislang erhofft.

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