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Finanzkrise: Bundesbank sieht hohe Risiken

Die Bundesbank warnt angesichts erster Entspannungen am Finanzmarkt davor, zur Tagesordnung über zu gehen. Franz-Christoph Zeitler sieht in den kommenden Monaten erhebliche weitere Belastungen. Insbesondere die von den Ratingagenturen erwogene Änderung in der Beurteilung von Pfandbriefen macht Zeitler Sorgen.

Franz-Christoph Zeitler warnt angesichts der ersten Erholungszeichen an den Märkten vor verfrühtem Optimismus. Quelle: dpa
Franz-Christoph Zeitler warnt angesichts der ersten Erholungszeichen an den Märkten vor verfrühtem Optimismus. Quelle: dpa

mak/bas FRANKFURT. "Der wohl menschlichen Versuchung, bei einer Entspannung der Situation zum ,business as usual' und damit zu den Fehlern der Vorkrisenzeit zurückzukehren, sollten wir gemeinsam widerstehen", sagte Franz-Christoph Zeitler, der in der Bundesbank für die Bankenaufsicht zuständig ist, am Dienstag bei dem Bundesbank-Symposium "Bankenaufsicht im Dialog".

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Zeitler erwartet im weiteren Verlauf diesen Jahres und im ersten Halbjahr 2010 wesentliche Risiken, die sich unter anderem aus der dramatischen Rating-Herabstufung ganzer Wertpapierkategorien, vor allem strukturierte Wertpapiere, durch Ratingagenturen ergeben.

Nach Angaben der Bundesbank wurden von zwischen 2005 und 2007 emittierten CDOs - collateral debt obligations, also mit Forderungen oder Krediten unterlegte Anleihen - im Wert von 278 Mrd. Dollar 257 Mrd. Dollar herabgestuft. 219 Mrd. Dollar fielen aus der Kategorie "Investment Grade" heraus und wurden als "Sub-Investment Grade" eingeordnet. 146 Mrd. Dollar erhielten einen negativen Kreditausblick.

"Mit Sorge sehe ich auch Vorüberlegungen von Ratingagenturen, mitten in der Krise die jahrelang angewandte Methodik der Beurteilung von Pfandbriefen zu ändern und hierbei das Emittentenrisiko stärker zu gewichten, obwohl das deutsche Pfandbriefrecht seit jeher die Besonderheit und Unabhängigkeit des Deckungsstocks auch im Insolvenzfall hervorgehoben hat", sagte Zeitler. Jüngste Gesetzesänderungen hätten die Selbständigkeit des Deckungsstocks mit Sicht auf die Liquidität sogar noch ausgebaut.

Das zweite große Risiko ist für Zeitler der massive Konjunktureinbruch. Er werde gravierende Folgen für die Kreditrisiken, das Ausmaß der Wertberichtigungen und die Kreditrisikovorsorge haben. Zwar hätten die meisten Institute die Kreditrisikovorsorge in diesem Jahr bereits signifikant erhöht. "Es bestehen aber Zweifel, ob der massive Einbruch damit schon aufgefangen wird", sagte der Notenbanker. Seit Mitte 2008 sind die Aufträge in der Industrie um rund 30 Prozent eingebrochen.

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