Finanzkrise in Griechenland
ESM-Chef Regling fordert mehr Reformbereitschaft in Athen

Keine Reformen, kein Geld für Griechenland: Für ESM-Chef Klaus Regling eine einfache Rechnung. Nur, wenn Athen sich auf den manchmal schmerzhaften Prozess einließe, habe das Land eine Zukunft.
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Berlin/DresdenDer Chef des Eurorettungsschirms ESM, Klaus Regling, dringt auf eine schnelle Einigung der griechischen Regierung mit den Geldgebern auf ein Reformpaket. „Verweigert sich die griechische Regierung dem Reformprozess, spielt sie mit der Zukunft des Landes“, schrieb Regling in einem am Freitag vorab veröffentlichten Gastbeitrag für das Nachrichtenmagazin „Focus“.

„Das Risiko ist dann groß, dass die Opfer der Griechen umsonst gewesen sind.“ Ohne eine feste Vereinbarung zwischen den Geldgebern und Athen über Reformen können blockierte Hilfen von 7,2 Milliarden Euro nicht fließen.

Griechenland habe für die Krisendarlehen des ersten Rettungsschirms EFSF strenge Reformauflagen erfüllt, schreibt der ESM-Chef. Haushaltssanierung, Lohn- und Rentensenkungen seien schmerzhaft, aber unumgänglich gewesen, um Fehlentwicklungen zu korrigieren. „Die Wirtschaft sprang an, Jobs entstanden, Anleger kauften Mitte 2014 erstmals wieder griechische Staatsanleihen.“ Diese Erfolge seien in der deutschen Öffentlichkeit lange unterschätzt worden.

Das Prinzip „Kredite gegen Reformen“ habe auch in anderen Euro-Krisenländern funktioniert. In Griechenland seien die Probleme größer, deshalb dauere der Reformprozess länger.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das ist ja mal wieder eine sensationelle Meldung/Forderung! Seit fünf Jahren
    fordert irgendjemand Reformen in Griechenland. Jetzt ist Reglung dran. Scheint abgesprochen. Jeder kommt mal dran. Und damit immer wieder in die Schlagzeilen.
    Ganz politisch korrekt, die Presse. Geht das jetzt die nächsten fünf oder zehn
    Jahre so weiter, daß jemand Reformen fordert und damit in die Schlagzeilen kommt?
    Wenn gleichzeitig die EZB Griechenland mittels ELA-Kredite weiter finanziert, geht das Spiel: "Wer ist dran mit Reformforderungen" endlos weiter.

  • Auch Herr Regling sollte endlich zu Kenntnis nehmen, daß es sich bei Griechenland um ein Land mit einer Gesellschaft sui generis handelt. Selbst unter der Regierung Samaras blieben die zaghaften Reformen weit hinter den ursprünglichen ( vielleicht sogar ernst gemeinten ) Ankündigungen zurück.
    Die jetzige Regierung ist mit deutlicher Mehrheit von den Griechen gerade deshalb gewählt worden, weil jede weiteren Reformen unterbleiben sollten mit Ausnahme der Bekämpfung der Steuerhinterziehung durch " die Reichen ". Da fühlte sich ohnehin niemand angesprochen. Insoweit hat Tsirpas ja auch Wort gehalten, wobei nun auch " die Reichen ", welche ihr Geld im Ausland gebunkert haben, verschont bleiben. Was auch immer geschehen wird, Reformen wird es in Griechenland erst dann geben, wenn Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen.

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