Fragile Weltwirtschaft
Die Gefahr der negativen Zinsen

Laurence Fink, CEO des Vermögensverwalters BlackRock, warnt vor den Folgen der Negativzinsen. „Die Schritte bestrafen die Sparer weltweit erheblich und schaffen Anreize, auf Renditejagd zu gehen.“

SeattleNegative Zinsen sind nach Einschätzung von Laurence D. Fink „besonders beunruhigend“ und potenziell kontraproduktiv, da soziale und politische Risiken zu dem beitragen, was er als die fragilste Weltwirtschaft seit rund einem Jahrzehnt bezeichnet.

Die Staaten rund um den Globus verlassen sich zu sehr auf die außerordentlichen geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken, statt wegweisende Entscheidungen zu treffen und in Infrastruktur zu investieren, um das langfristige Wachstum zu stärken, wie der CEO von BlackRock Inc. am Sonntag im jährlichen Aktionärsbrief des weltgrößten Vermögensverwalters schrieb. Das untergrabe die Erträge der Investoren und übe mit Blick auf die Rentenzeit Druck auf die Verbraucher aus, ihre Ausgaben zu kürzen. Letzten Endes könne dies das Wachstum beeinträchtigen, das die Zentralbanken anzukurbeln versuchen.

„Die Schritte bestrafen die Sparer weltweit erheblich und schaffen Anreize, auf Renditejagd zu gehen, was Investoren in weniger liquide Anlagen und höhere Risikoklassen treibt, mit potenziell gefährlichen finanziellen und wirtschaftlichen Konsequenzen“, schrieb Fink. Dies und andere Einflüsse, darunter geopolitische Instabilität, würden ein „Ausmaß an Fragilität in der Weltwirtschaft schaffen, das wir seit dem Vorfeld der Finanzkrise nicht mehr gesehen haben“.

Gleichwohl sagte Fink keine Katastrophe voraus. Eine anhaltende wirtschaftliche Erholung sei immer noch sehr wahrscheinlich, angesichts der Anzeichen eines nachhaltigen, wenn auch bescheidenen Wachstums in den USA und Europa, so Fink. Nur wenn dies einbreche, gebe es das Risiko „tiefgreifender und weitreichender Folgen“.

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