Frühjahrsgutachten
Deutsche Wirtschaft eilt von Rekord zu Rekord

Die deutsche Wirtschaft wächst weiter – wenn auch nur moderat, so prognostiziert es das Frühjahrsgutachten der führenden Wirtschaftsforscher. Der Arbeitsmarkt steuert auf goldene Zeiten zu.

BerlinDer deutsche Arbeitsmarkt steuert nach Ansicht von Ökonomen von Rekord zu Rekord. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte in diesem und im nächsten Jahr jeweils neue Höchstwerte erreichen, wie am Donnerstag aus dem Frühjahrsgutachten der führenden Wirtschaftsforscher hervorgeht. Demnach klettert die Zahl der Arbeitnehmer und Selbstständigen 2016 um rund 500.000 auf 43,5 Millionen.

Im kommenden Jahr werde es einen Anstieg auf knapp 44 Millionen geben, sagen die Experten in ihrer Prognose für die Bundesregierung voraus. Trotz der zunehmenden Beschäftigung werde aber die Arbeitslosigkeit im nächsten Jahr von 2,7 auf 2,8 Millionen zulegen. Als Grund nannten die Forscher, dass sich die Zahl der Flüchtlinge verstärkt auf dem Jobmarkt niederschlägt.

Geringe Inflation und niedrige Zinsen, steigende Löhne und die anziehende Beschäftigung schieben laut Gutachten den privaten Konsum kräftig an. Die Verbraucher dürften in diesem Jahr 2,1 Prozent mehr ausgeben als 2015. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem moderaten Aufschwung.“ Der Außenhandel hingegen sorge kaum für Impulse.

Die Institute senkten deshalb ihre Wachstumsprognose für 2016 leicht auf 1,6 von bislang 1,8 Prozent und bestätigten damit einen Reuters-Bericht vom Mittwoch. Für nächstes Jahr rechnen die Ökonomen mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,5 Prozent. Zum Vergleich: 2015 war Europas größte Volkswirtschaft noch um 1,7 Prozent gewachsen.

Der Aufschwung wird vor allem vom privaten Konsum getragen, wie die Wirtschaftsforscher erklärten. Die Zahl der Erwerbstätigen wird demnach weiter auf 43,5 Millionen zunehmen, Löhne und Renten werden spürbar steigen und die Inflation wird niedrig bleiben.

Die öffentlichen Haushalte werden laut dem Gutachten in diesem Jahr „deutliche Überschüsse“ erzielen. Die Forscher kritisieren, dass die Wirtschaftspolitik der Regierung ihre Prioritäten bislang eher bei „konsumtiven und verteilungspolitischen Ausgaben“ gesetzt habe. Sie fordern stattdessen "wachstumsorientierte Maßnahmen" wie mehr Investitionen in Bildung und eine geringere Steuerlast für Arbeitnehmer.

Das Gutachten mit dem Titel „Moderater Aufschwung - Wirtschaftspolitik wenig wachstumsorientiert“ dient der Bundesregierung als Basis für die eigene Konjunkturprognose. Beteiligt daran waren unter anderem das Münchner Ifo-Institut, das Berliner DIW, das Essener RWI und das IWH aus Halle.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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