Fuest wird neuer Chef
Am Ifo-Institut ist die Sinn-Frage geklärt

Der Nachfolger von Hans-Werner Sinn an der Spitze des Ifo-Instituts steht fest: Die Wahl ist auf Clemens Fuest gefallen, Wirtschaftsprofessor und derzeit Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).
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Mannheim/MünchenEs war die wichtigste Entscheidung des Jahres in der Ökonomenszene: die Nachfolge von Hans-Werner Sinn, der sein Amt als Präsident des Münchener Ifo-Instituts im März niederlegen wird, mit dann 68 Jahren. Nun ist sie entschieden: Neuer Ifo-Chef wird der Favorit – Clemens Fuest. Die Gerüchte, der amtierende Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) könne von Mannheim nach München wechseln, kursierten schon länger. Jetzt wurden sie von ZEW und Ifo unisono bestätigt. Fuest wird damit der sechste Ifo-Präsident.

Der 46-jährige Finanzwissenschaftler, der schon Professuren in Köln und Oxford inne hatte, war Mitglied in zahlreichen Regierungskommissionen und hat vor allem ins Bundesfinanzministerium sehr gute Kontakte. Wie Sinn ist Fuest gebürtiger Westfale, wie Sinn gehört er eher zum ordnungspolitischen Lager der deutschen Ökonomenzunft.

Doch Fuest gilt als pragmatischer und weniger dogmatisch als Sinn. In der Politik dürfte er als Gesprächspartner daher mehr gefragt sein. Ob es ihm aber gelingt, medial ähnlich präsent zu sein wie der Volksliebling Sinn, darf eher bezweifelt werden.

Sinn hatte das Ifo-Institut im Februar 1999 übernommen. Damals war es gerade aus der ersten Liga der deutschen Forschungseinrichtungen verbannt worden. Es galt nur noch als „Serviceeinrichtung“, sprich Datenlieferant. Sinn krempelte das Haus um und schnitt es über die Jahre extrem stark auf seine Person zu. Heute gilt Ifo als eine der ersten Adressen unter den deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten.

„Ich freue mich sehr, dass Clemens Fuest zum kommenden April meine Nachfolge antreten wird“, sagte Sinn. „Fuest ist ein hervorragender Ökonom, der sich durch sein wissenschaftliches Schrifttum und seine Beiträge zur Politikdebatte in Deutschland und auch international eine hohe Anerkennung erworben hat.“

Zwei Fragen bleiben allerdings offen: Wird der omnipräsente Hans-Werner Sinn im April wirklich von seinem Amt loslassen können und Fuest die ganze Bühne überlassen? Und wer wird neuer ZEW-Präsident?

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  • Prof. Dr. Hans-Werner Sinns Publikationen haben ich gerne gelesen. Sie waren von einer erfrischenden Analysefähigkeit geprägt und haben mir oft völlig neue Sichtweisen ermöglicht. Er ist jetzt zwar nicht aus der Welt, doch die Anzahl seiner Wortmeldungen dürfte leider zurückgehen. Vielen Dank Herr Prof. Sinn

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