Gabriel und Macron
„Wir müssen die Eurozone stärken“

Das Euro-Mitglied Griechenland ist von der Pleite bedroht. Zudem fordern die Briten eine umfassende EU-Reform. Deswegen rufen der deutsche und der französische Wirtschaftsminister auf, die Eurozone zu stärken.
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ParisBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und sein französischer Kollege Emmanuel Macron haben einen gemeinsamen Aufruf zur Stärkung der Eurozone veröffentlicht. In einem Beitrag, der am Donnerstag in mehreren europäischen Zeitungen, darunter die „Welt“ und „Le Figaro“, erschienen ist, schreiben die Minister, es sei „nun an der Zeit, die wirtschaftliche und politische Debatte erneut zu führen und die Eurozone wieder in Ordnung zu bringen“. „Und zwar als Teil eines größeren Plans für eine Union, in der alle Mitgliedstaaten ihren Platz finden“, heißt es weiter.

Die Währungsunion müsse einige Herausforderungen meistern, „damit der Euro sein Versprechen vom wirtschaftlichen Wohlstand einlösen kann“. Dies sei außerdem wichtig, „damit verhindert wird, dass Europa immer mehr in Spaltung und Unzufriedenheit abdriftet“, schrieben Gabriel und Macron unter Verweis auf hohe Arbeitslosenzahlen in einigen EU-Ländern und auf antieuropäische Strömungen. Die nationalen Interessen und die allgemeinen europäischen Interessen müssten in Einklang gebracht werden.

Nach Angaben aus Macrons Umfeld soll der größere Zusammenhalt der Eurozonenländer auf zwei Säulen ruhen: „Einer gemeinsamen Haushaltskapazität und Solidaritätsmechanismen für Krisenfälle mit Mitteln, um Ländern in Schwierigkeiten schnell zu helfen“.

Macron und der deutsche Vizekanzler werben in ihrem Appell dafür, der Eurozone eigene Haushaltskompetenzen zu übertragen, um die Fähigkeit der Währungsunion zur wirtschaftlichen Stabilisierung zu verbessern. Gabriel und Macron sprechen sich überdies dafür aus, den gemeinsamen Binnenmarkt der 28 EU-Staaten zu stärken. Dabei sollten Schlüsselbereiche wie die Energiewirtschaft und der IT-Bereich in den Blick genommen werden.

Der Beitrag von Gabriel und Macron sollte außer in der „Welt“ und im „Figaro“ auch im britischen „Guardian“, in der italienischen Zeitung „La Repubblica“, in „El País“ aus Spanien, „Le Soir“ aus Belgien und in den schweizerischen Zeitungen „Tribune de Genève“ und „Tages-Anzeiger“ erscheinen.


Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gabriel und Macron: „Wir müssen die Eurozone stärken“"

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  • Oh Mann.
    Nachdem Gabriel mit seiner neuen Kohleabgabeabzocke am deutschen Bürger scheinbar gescheitert ist, versuchts er´s nun ´ne nummer größer mit der Umleitung deutscher Sozialversicherungsbeiträge nach ganz Europa.

    Ob die Geldinfusion dem komatösen Patienten wohl noch hilft?

  • "......die Eurozone stärken“ "

    Dann sollte man über einen Rücktritt nachdenken !!!

  • Wer erlaubt sich, die Leser der genannten Zeitungen für blöd zu halten? Rufen die Minister aktiv zum Verfassungsbruch ihrer Staaten und zum Rechtsbruch in der EU und Eurozone auf? Wo ist denn das Konzept? Keins da! Nur ein Appell. Was soll das? Sind denn die Minister nicht zuständig? Sollten die nicht für Mehrheiten sorgen? Können Medien dabei helfen? Warum muss dieser Appell ins Leere laufen? Gemeinsame Wirtschaftspolitik, gemeinsame Außenpolitik, gemeinsame Arbeitsmarktpolitik, gemeinsame Bildungspolitik, gemeinsame Energiepolitik, gemeinsame Sicherheitspolitik, gemeinsame Kulturpolitik, gemeinsame Verteidigungspolitik, gemeinsame Finanzpolitik, die für alle diese Politikfelder das Geld von der Union der Vaterländer beschafft. Das wollen die beiden Minister vorschlagen, ohne in der Luft zerrissen zu werden? Wie wird denn der Medienverriss aussehen?

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