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Geldpolitik: Deflation bedroht Japans Erholung

Die japanische Regierung sieht die Wirtschaft in einer Spirale fallender Preise. „Japan befindet sich im Zustand der Deflation“, sagte Vizepremier Naoto Kan in Tokio. Regierung und Ökonomen befürchten eine ernste Bedrohung des gerade erst wieder steigenden Wachstums durch die Rückkehr des gefürchteten Phänomens. Schon kommt die „Fünf-Euro-Jeans“ auf den Markt.

In Japan sind Rabattschlachten neu. Quelle: ap
In Japan sind Rabattschlachten neu. Quelle: ap

TOKIO. „Die Deflation birgt ernsthafte Risiken“, sagte Finanzminister Hirohisa Fujii. „Die Lage ist nicht, wie sie sein soll.“ In den vergangenen zehn Jahren bedrohte eine Neigung zu sinkenden Preisen immer wieder die wirtlichaftliche Entwicklung des Landes, obwohl die Zentralbank die Geldschleusen stets weit offen hielt.

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Deflation ist gefährlich, weil sie dem Wachstum entgegen wirkt. Konsumenten schieben ihre Ausgaben auf, da sie für die Zukunft auf bessere Preise hoffen können. Unternehmen und Einzelhändler nehmen weniger Geld ein, müssen aber zugleich immer billiger anbieten, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Die Wirtschaft kann auf diese Weise in Schieflage geraten.

Jetzt müsse verhindert werden, dass die Anfäge der Erholung von der Krise gefährdet werden, sagte Vizepremier Kan, sah die Hauptverantwortung jedoch bei der Geldpolitik: „Ich fordere, dass die Notenbank entsprechend reagiert." Die Bank of Japan (BoJ) ließ die Zinsen derweil in ihrer Geldpolitiksitzung vom Freitag unverändert auf 0,1 Prozent, nannte die wirtschaftliche Lage jedoch „besser“. Die Wortwahl deutet darauf hin, dass die Zentralbank wie geplant ihre im Frühjahr begonnene Geldschwemme etwas reduzieren könnte.

Mit den gegensätzlichen Positionen der Regierung und der Bank of Japan zeichnet sich in Tokio weiterer Streit um die Geldpolitik ab. Die Zentralbank muss nach Ansicht von Beobachtern derzeit Sündenbock der Politik herhalten. „Ich denke, die BoJ wird den Ankauf langfristiger Anleihen ausweiten, um das Ende anderer Maßnahmen wie der Stützung von Unternehmensanleihen im Dezember auszugleichen“, sagt Tomohiko Katsu, Vizechef des Investmentgeschäfts der Shinsei-Bank.

Im Alltag lässt sich die Tendenz zur Deflation bereits bestens beobachten. Schon seit Beginn der Wirtschaftskrise unterbieten sich Restaurants in Tokio mit Sonderangeboten. Ein Menü, das bisher 900 Yen kostete, ist jetzt für 820 Yen zu haben. Auch im Textileinzelhandel ist ein harter Kampf um das niedrigste Angebot entbrannt. Die „Fünf-Euro-Jeans“ ist in Japan derzeit ein heißes Medienthema, seit immer mehr Ketten Hosen für unter 1000 Yen anbieten. Den neuesten Rekord setzte die Kramkette Don Quijote mit einem Angebot von 690 Yen (5,20 Euro) für eine passable Jeans.

Der Kampf der Discounter wirkt aus deutscher Sicht nicht so ungewöhnlich, doch in Japan sind diese Rabattschlachten neu. Und viel bedenklicher als die Billigjeans ist die Entwicklung der harten Faktoren der Preisentwicklung: Es gehen auch die Mieten, der Benzinpreis und die Durchschnittslöhne hinunter.

Trotz ihrer kämpferischen Haltung fürchtet die Regierung jedoch regelrechte Inflation mindestens genauso wie die Deflation. Denn wenn die Preise kräftig anziehen, müsste die Bank of Japan (BoJ) die Zinsen erhöhen. Das würde Finanzminister Fujii zwingen, bessere Konditionen für japanische Staatsanleihen zu bieten. Da er ständig einen Berg an Verbindlichkeiten umfinanzieren muss, würden die Kosten für den Schuldendienst explodieren.

„Die Notenbank könnte durchaus Inflation schaffen, wenn sie wirklich wollte“, stellt Ökonom Martin Schulz vom Fujitsu-Forschungsinstitut klar. Doch Inflation wäre angesichts der hohen Staatsverschuldung gar nicht wünschenswert für Japan. Hier zeigt sich ein japanisches Paradox – gilt doch das „Weginflationieren“ von Schulden im Allgemeinen als ebenso mächtiges wie gefürchtetes Mittel von Staaten, die sich hoher Altlasten entledigen wollen.

  • 20.11.2009, 20:38 UhrAnonymer Benutzer: packen wir an

    Der Abwärtstrend in den industrienationen geht weiter ! Das fehlende Geld der bürger lässt den Umsatz und die Gewinne der Unternehmen sinken. Nur über die massive Verschuldung versuchen die Wirtschaftsnationen ihren Wohlstand zu halten. Wo die Reise hingehen kann zeigt uns Japan. Wir sollten rechtzeitig die Notbremse ziehen bevor wir uns noch weiter verschulden. Das unser Wirtschaftssystem nicht mehr rund läuft sehen wir an unseren Arbeitslosen und unsere Verschuldung. Denn uns müsste es eigentlich immer besser gehen ! Wir können mit immer weniger Aufwand immer mehr produzieren!

    Es ist kein Naturgesetz das es uns immer schlechter gehen muss.

    Wir müssen nur endlich die Ursache angehen !

    Mehr dazu

    http://www.arbeitslosigkeit-besiegen.de

  • 20.11.2009, 15:38 UhrAnonymer Benutzer: aruba

    Guten Tag,....Also bitte; wer schuert denn den bloedsinn Geiz ist Geil. Wir brauchen nicht bis zu den Japsen zu gehen. Wir lernen ja jeden Pfefferfresser wie er noch billiger produzieren kann, wie er sein Volk noch mehr knechten und auspluendern kann. Es kann nur gerechten Lohn bei gerechten Preisen geben. Jetzt frage mann mich nicht wie mann das macht. ich weiss es auch nicht. besten Dank

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