Geldpolitik
EZB-Chefökonom verteidigt Senkung der Leitzinsen

Um die Konjunktur anzuheizen hat die Europäische Zentralbank vor wenigen Wochen unkonventionelle geldpolitische Schritte eingeleitet. Chefvolkswirt Peter Praet verteidigt die Maßnahmen für mehr Inflation.

FrankfurtEZB-Chefvolkswirt Peter Praet hat den Einsatz unkonventioneller geldpolitischer Schritte zur Anheizung der Konjunktur und für mehr Inflation verteidigt. Die lange Zeit niedriger Inflation habe die Gefahr verstärkt, dass das Inflationsziel ständig verfehlt werde, „was sehr schädlich für die Wirtschaft wäre“, sagte Praet am Montag in einer Rede an einer Privathochschule in Rom.

„Deshalb haben wir so stark reagiert, um unser Ziel zu sichern – und wir werden das künftig auch weiterhin tun, falls notwendig.“

Sobald Zentralbanken Inflationserwartungen wegdriften ließen und nicht gegensteuerten, gebe es keine Garantie, dass diese sich auf einem anderen wünschenswerten Niveau einpendeln, sagte Praet. „Bis dahin hätten die niedrige Inflation und das schleppende Wachstum zusammen einen noch tieferen Rückgang bewirkt“, warnte er. „Indem wir jetzt entschlossen handeln um unser Ziel zu verteidigen, können wir noch schwerere volkswirtschaftliche Ungleichgewichte abwehren.“

Die Währungshüter hatten vor wenigen Wochen ein großes Maßnahmenbündel beschlossen. Die EZB senkte unter anderem alle drei Leitzinsen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Zentralbankgeld liegt nun erstmals bei 0,0 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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