
HB BERLIN. EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hat harten Widerstand der Notenbank gegen jede Form von politischem Druck angekündigt, der die Preisstabilität gefährden könnte. Die Entscheidung der Notenbank, zur Dämpfung der Finanzprobleme in der Euro-Zone Staatsanleihen zu kaufen, sei auch nicht auf einen solchen Druck zurückzuführen, sagte Stark am Mittwoch im Deutschlandfunk. Diese Entscheidung stelle „keinen Tabubruch“ dar und sei nur dann ein Risiko, wenn die Liquidität daraus nicht wieder eingesammelt werde. Das werde die Europäische Zentralbank (EZB) aber tun.
„Aber Nein“, antwortete Stark auf die Frage, ob sich die Bürger angesichts der jüngsten Hilfsaktionen zur Bekämpfung von Schuldenproblemen in der EU darauf einstellen müssen, dass ihr Geld zunehmend an Wert verlieren wird. „Vergessen sie nicht: wir haben eine unabhängige Zentralbank, unabhängig von der Politik“, versicherte er. Bei politischem Druck gelte: „Wir werden dem widerstehen.“ Er unterstrich: „Wir sind eine wirklich überzeugte Truppe und Gruppe, die dem politischen Druck widerstehen wird.“
Stark räumte ein, dass die jüngsten Nothilfeaktionen im Gefolge der Griechenland-Krise, wie das Kreditpaket von Europäern und IWF von 750 Mrd. Euro und den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB, Sorgen und Befürchtungen bei den Bürgern auslöse könne. Er beruhigte aber, die EZB nehme ihre Aufgabe, die Preisstabilität zu sichern, sehr ernst. „Wir beobachten sehr genau, wie sich die Märkte entwickeln, wir beobachten sehr genau, wie die Wirtschaft sich entwickelt und wo wir dann steuernd eingreifen müssen, um eine höhere Inflation zu vermeiden“, sagte er. „Ich sehe auf jeden Fall für die überschaubare Zeit keine Inflationsgefahr.“
Das gelte für Europa insbesondere, solange die wirtschaftliche Dynamik so schwach sei. In anderen Weltregionen, in manchen aufstrebenden Ländern, könnte es dagegen etwas anders aussehen. Dort könnten Zentralbanken stärker unter politischen Druck kommen. Allerdings gebe es weltweit inzwischen sehr viel mehr unabhängige Zentralbanken als noch vor Jahrzehnten.
Stark warnte eindringlich davor, mehr Inflation zuzulassen. „Eine Inflation ist (...) schwer wieder unter Kontrolle zu bringen. Deshalb muss man den Anfängen wehren“, sagte er. „Wir sind in einer tiefen Krise, wir sind in einer Weltwirtschaftskrise, nach wie vor, in einer neuen Phase, in der jetzt die öffentliche Verschuldung in den Blick geraten ist“. Das gelte nicht nur für Europa. Einen Schuldenabbau über die Notenpresse der Zentralbank und damit eine höhere Inflation, eine „Monetisierung der Schulden“, werde es mit der EZB nicht geben.
"Die botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!" Nach vorherigem Dementi hat sich die EZb entschlossen, nun doch durch den Kauf von Staatsanleihen an den Märkten zu intervenieren.Zwangsläufig muss sich die Geldmenge erhöhen.Der Markt quittiert dieses Verhalten mit der Flucht in das Gold!in den Staaten und in England sieht es leider auch nicht anders aus!
Stark: "...ein Risiko, wenn die Liquidität daraus nicht wieder eingesammelt werde. Das werde die Europäische Zentralbank (EZb) aber tun."
Die EZb hat Anleihen aufgekauft, da es um die bonität in der Eurozone nicht zum besten steht und genau aus diesem Grund wird sie dieser die Liquidität auch nicht wieder entziehen.
Anderslautende Äußerungen sind die üblichen reflexartigen Lippenbekenntnisse zur Dämpfung der inflationserwartung.
Die EZb wird sehr wahrscheinlich einen deutlich negativen Realzins zulassen. Dafür muss allerdings noch ein Weg gefunden werden, die (inflations)Zahlen zu schönen. Staatsanleihen sind z.b. nicht in der ausgewiesenen Geldmenge M3 enthalten. Und beim Warenkorb könnte man ja Durchschnittswerte mit flexiblen Einzellaufzeiten einführen.
Die Notenbank hat auf ihrer letzten Sitzung geäußert, daß die Rohstoffpreise gestiegen seien und daß mittelfristig eine importierte inflation drohe.
im März war die inflationsrate in der EU bei 1,5%, in Griechenland sogar bei über 4%. Der Realzins ist also negativ. Die importpreise in Deutschland sind im März um 1,7% nach 1% im Vormonat gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex in Deutschland ist auf einem 10 Jahreshoch. Und jetzt erhöht die EZb die Geldmenge, was wiederum den Außenwert des EURO schwächt und importierte Güter wie Eisenerz, Öl, Kupfer verteuert. Nach den obigen Daten müsste die Notenbank die Geldpolitik straffen und nicht noch benzin durch den Kauf von Staatspapieren ins Feuer kippen.
Hr. Stark, Sie sagen, Sie haben die inflation im Griff? ich glaub`ihnen kein Wort. Die Notenbank kauft Ramschanleihen gegen EURO, da kann man den Wert unserer Währung erkennen. Die Notenbank sagt, quantitative Maßnahmen, also Kauf von Staatsanleihen, hätte man auf der letzten Ratssitzung nicht diskutiert. Die EZb hat ihre politische Unabhängigkeit verloren. Die Politik diktiert und die EZb dackelt hinterher.
Leute, die inflationierung der Wirtschaft ist im vollen Gange. Verkauft die Staatsanleihen, solange man noch gute Preise dafür bekommt.
3 Kommentare
Alle Kommentare lesen