Griechenland-Austritt S&P sieht in Grexit keine große Gefahr für Euro-Zone

Deutschland hat laut Standard & Poor's mehr Geld in die Rettung von Banken gesteckt, als es bei einem Totalverlust der Griechenland-Forderungen nötig würde. Ein Austritt Griechenlands wäre für den Euro-Raum verkraftbar.
9 Kommentare

Grexit für Euro-Zone „ökonomisch verschmerzbar“

Grexit für Euro-Zone „ökonomisch verschmerzbar“

FrankfurtEin Austritt Griechenlands aus dem Euro wäre nach Ansicht der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) für die Währungszone inzwischen verkraftbar. Wenn das an Athen verliehene Geld abgeschrieben werden müsste, hätte das wohl keine negativen Auswirkungen auf die Bonität der Geldgeber, sagte S&P-Chefanalyst Moritz Krämer der „Börsen-Zeitung“ (Mittwochausgabe).

„Entgegen der öffentlichen Meinung sind die Haftungssummen im Verhältnis der Wirtschaftskraft der Gläubiger gar nicht so hoch.“ Deutschland habe etwa deutlich mehr Geld in die Rettung von deutschen Banken stecken müssen, als bei einem Totalverlust der Griechenland-Forderungen auf den Bund zukäme, sagte Krämer.

Auch die Warnung der Regierung in Athen, die Euro-Zone würde bei einem Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, verfange nicht. Die Ansteckungsgefahr sei nicht so groß, sagte Krämer. „Griechenland ist von der Wirtschaftskraft her recht schwach, die Verflechtungen mit dem Rest der Euro-Zone sind sogar noch geringer, als es die Wertschöpfung nahelegt.“

Für Griechenland selbst wäre ein Austritt aus dem Euro dagegen „verheerend“, warnte der deutsche S&P-Analyst. „Die Bevölkerung müsste womöglich alle Entbehrungen noch einmal durchmachen, die sie bereits hinter sich wähnte.“

Griechenland sei so stark von Einfuhren abhängig wie kein anderes Land in der Euro-Zone. Bei einem Euro-Austritt könnte es für Griechenland ohne Kredite schwierig werden, „seine importierten Energieträger, Nahrungsmittel und medizinische Güter zu finanzieren“, sagte Krämer.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

9 Kommentare zu "Griechenland-Austritt: S&P sieht in Grexit keine große Gefahr für Euro-Zone"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Schalten Sie doch bitte mal von Paralleluniversum um auf die reale Welt, der EUR ruiniert Europa, es gibt ausserdem (aktuell und in naher Zukunft) keine Mehrheit für eine Homogenisierung der europäischen Kulturen und Sprachen. Wer den EUR für ganz Europa will, der will auch Esperanto als die Form der Kommunikation, das ist doch völlig unrealistisch, das ist indeed populistisch!

  • "Der Vergleich zwischen den deutschen Bundesländern und europäische Staaten ist reichlich absurd."

    Und auch auf einer anderen Ebene ist zurückhaltung geboten: Wenn ein Bayer mit den selben Worten und Anschuldigungen auf Berliner und Saarländer losginge, wird die Kurzsichtigkeit der Debatte augenfällig. Was würden Sie denn von einem Bayern denken, der "Faule Saarländer", "Betrüger-Berliner" oder "Pleite Bremer geht endlich arbeiten, Geld fällt nicht vom Himmel!" für einen nützlichen Betriag und adäquaten Betrachtung der Situation hält?

    Eben. Das ist absurd.

  • "Der Versuch mittels der Troika dort Einfluss zu nehmen scheiterte letztlich an der mangelnden Umsetzung."

    Das ist auch ein gutes Beispiel politischer Unvernunft. Gerade die nach eigener Auffassung patriotische Deutsche sollten verstehen, dass man keine Beamten als Regierungskontrolleure oder Sparkommissare einsetzen kann. Wie würden Sie reagieren, wenn Griechenland Frau Merkel einen Aufpasser zur Seite stellt, dem Sie jeden Refromschritt zur Genehmigung vorlegen muss?

    Diese Art der Misstrauenskonzepte müssen auf Dauer in einem auf Freiwilligkeit basierenden Zusammenschluss wie der EU scheitern.

  • "Während die Bundesregierung in die Bundesländer hineinregieren kann bleibt ihr dies in Griechenland weitgehend verwehrt."

    Hier setzt eine vernünftige nachhaltige Lösung für Europa ein. Nur weil es jetzt nicht so ist, bedeutet es nicht, dass es immer so sein muss. Was hindert die Politik daran, hier für alle akzeptable Lösungen zu finden. Warum keine gemeinsame Fiskalpolitik?

    Dass Populisten wie die AfD sofort die Flinte ins Korn werfen und ohne zu kämpfen aufgeben, spricht nicht für nachhaltiges, problemorientieres Denken und Lösungsbereitschaft. Die Erkenntnis ist nicht neu: Politische Strukturen lassen sich zum besseren ändern.

  • Geben sie sich nicht wirklich Mühe unsere von der Finanzindustrie über Werbung gesponsorten Medien?

    "Aktien sind alternativlos", "Dividenden sind die neuen Zinsen" und "der Grexit ist kein Problem".

    Wunderbar. Jetzt müssen sich nur noch genug Leute finden, die das glauben.

  • "S&P sieht in Grexit keine große Gefahr für Euro-Zone"
    ____________________

    Schön, dass sich die Mit-Brandstifter auch mal wieder zu Wort melden....

  • @Günther Schemutat

    Der Vergleich zwischen den deutschen Bundesländern und europäische Staaten ist reichlich absurd. Während die Bundesregierung in die Bundesländer hineinregieren kann bleibt ihr dies in Griechenland weitgehend verwehrt. Der Versuch mittels der Troika dort Einfluss zu nehmen scheiterte letztlich an der mangelnden Umsetzung. Eine Masse deutscher Beamter, die nötig wäre um Griechenland in Ordnung zu bringen, ist dort logischerweise unerwünscht. Und für Deutschland macht es wenig Sinn fortwährend Geld in ein Land zu schicken, wenn die Kontrolle über den sinnvollen Einsatz der Finanzmittel fehlt.

  • Das Fazit sollte nicht von "großer" sondern von "größeren" in der Head line sprechen.

  • Wie wäre es , wenn Berlin,Bremen,NRW und alle Städte und Bundesländer die hoch verschuldet sind aus dem Euro geworfen werden und zur DM zurück kehren müssen. Würde die Bayern sicherlich freuen.

    Nichts anderes wäre ein Austritt von Griechenland aus dem Euro und dem Euro -Staat der damit verbunden ist. Das wissen alle und mit der Ukraine Krise die von beiden Hilfsheriffs Deutschland und Frankreich immer mehr gegen die Wand gefahren wird hat Griechenland eine Superchance sich von der Finanzmafia zu befreien , die sich mit überhöhten Krediten Länder kaufen für eine bestimmte Zeit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%