Gute Konjunkturaussichten

Zahl der Firmenpleiten dürfte 2016 weiter sinken

Experten sind sich einig: Im nächsten Jahr wird es in Deutschland dank der guten Konjunktur weniger Unternehmensinsolvenzen geben. Ganz anders dürfte es beim wichtigen Handelspartner China aussehen.
Mussten 2015 23.230 Unternehmen eine Insolvenz anmelden, sollen es im kommenden Jahr „nur“ 22.000 bis 23.000 sein. Quelle: dpa
Sinkende Insolvenzzahlen erwartet

Mussten 2015 23.230 Unternehmen eine Insolvenz anmelden, sollen es im kommenden Jahr „nur“ 22.000 bis 23.000 sein.

(Foto: dpa)

NeussDie Zahl der Firmenpleiten in Deutschland wird 2016 weiter sinken. Davon gehen sowohl die Wirtschaftsauskunftei Creditreform, als auch der Kreditversicherer Euler Hermes aus. Mussten 2015 noch 23.230 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter antreten, so rechnet der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung Michael Bretz für 2016 „nur“ noch mit 22.000 bis 23.000 Firmenpleiten. Das entspräche einem Rückgang zwischen einem und fünf Prozent. Der Kreditversicherer Euler Hermes erwartet 2 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen in Deutschland.

Die wichtigsten Gründe für die positive Entwicklung seien die anhaltend gute konjunkturelle Entwicklung und die guten Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen, sagte Bretz. Doch ist die Lage längst nicht überall so komfortabel wie in Deutschland.

Euler-Hermes-Vorstand Ulrich Nöthel, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „In den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Firmenpleiten weltweit kontinuierlich gesunken. Doch dieser Trend wird sich 2016 voraussichtlich nicht fortsetzen.“ Die Zahl der Insolvenzen werde weltweit mit rund 300.000 etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

In Schwellenländern wie China oder Brasilien rechnen die Experten des Kreditversicherers sogar mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzen. Bei Deutschlands drittwichtigstem Handelspartner China dürfte die Zahl der Firmenpleiten 2016 den Prognosen zufolge um 20 Prozent zunehmen, in Brasilien um 18 Prozent. Damit steige für die exportorientierte deutsche Wirtschaft auch das Risiko, auf offenen Rechnungen sitzen zu bleiben, warnte der Kreditversicherer.

In Deutschland dürfte die gute Wirtschaftslage dagegen 2016 auch bei der Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen für weitere Entspannung sorgen. Hier prognostizieren die Creditreform-Experten einen Rückgang um bis zu fünf Prozent auf 75.000 Fälle. Der lebhafte Konsum und der stabile Arbeitsmarkt sorgten dafür, dass „Stagnation keine Option“ sei, sagte Bretz.

Deutschlands größte Pleitefälle
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Schlott

Der Druckereikonzern mit Sitz in Freudenstadt im Schwarzwald rutschte 2011 in die Pleite. Betroffen waren 1480 Beschäftigte. Der Druckdienstleister war vor der Insolvenz immerhin die Nummer zwei in Deutschland.

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Mäc Geiz

Der Einzelhandelsdiscounter Mäc Geiz rutschte 2010 in die Pleite. Das Kerngeschäft ging an die österreichische Management Trust Holding. Betroffen waren 1600 Angestellte.

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Escada

Nach einem überzogenen Expansionskurs ging dem börsennotierten Modekonzern aus Aschheim bei München finanziell die Luft aus. Von der Pleite im Jahr 2009 waren 2200 Mitarbeiter betroffen.

Q-Cells will am Dienstag Insolvenzantrag stellen
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Q-Cells

Kein Weg zurück: Dem Solarkonzern Q-Cells ging das Geld aus. Die Gläubiger konnten sich nicht auf einen Rettungsplan einigen. Insgesamt 2300 Beschäftigte waren betroffen.

Schiesser wird nach Israel verkauft
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Schiesser

Der traditionsreiche Wäschehersteller Schiesser rutschte bereits 2009 in die Insolvenz. Ein geplanter Börsengang wurde verschoben. Schließlich ging das 1875 in Radolfzell gegründete Unternehmen an den israelischen Konzern Delta Galil. Bei Schiesser arbeiteten 2300 Mitarbeiter.

Autozulieferer Edscha meldet Insolvenz an
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Edscha

Der Autozulieferer Edscha produziert Türscharniere und Cabrioverdecke. Im Jahr 2009 wurde das Geld knapp und das Unternehmen stellte einen Insolvenzantrag. In Deutschland arbeiteten 2300 Menschen für die Firma. Die Gesellschaft wurde von Webasto übernommen, die Arbeitsplätze konnten erhalten werden.

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Wadan-Werften

Der Schiffbauer Wadan-Werften kam ebenfalls 2009 nicht mehr an Geld. Trotz staatlich verbürgter Millionen-Kredite waren die Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde in Zahlungsprobleme geraten. Das Unternehmen lag in der Hand russischer Investoren. Rund 2400 Mitarbeiter litten unter der Pleite.

  • dpa
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