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Herbstbericht: Großbritannien erwartet geringeres Wirtschaftswachstum

Großbritannien hat die Prognosen für das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren gesenkt. Die Neuverschuldung wird wohl nicht so zügig zurückgehen, wie erwartet. Auch die Euro-Schuldenkrise beschäftigt die Briten.

Großbritannien Schatzmeister George Osborne. Quelle: dpa
Großbritannien Schatzmeister George Osborne. Quelle: dpa

LondonGroßbritannien erwartet in den kommenden Jahren deutlich weniger Wirtschaftswachstum, aber weiter keine Rezession. Die Regierung senkte am Dienstag ihre Prognosen für die Entwicklung der drittgrößten Volkswirtschaft drastisch und geht nun davon aus, dass die Neuverschuldung nicht so zügig wie erwartet zurückgehen wird. Das bedeutet, dass das Königreich länger sparen muss als bislang bis 2015 geplant. Gegen die Einschnitte im Rentensystem sollte am Mittwoch einem Aufruf der Gewerkschaften zufolge der größte Streik des Landes seit 30 Jahren stattfinden.

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Schatzkanzler George Osborne warnte in seinem Herbstbericht zum Haushalt vor dem Parlament vor der Gefahr, dass die Briten in den Sog der Euro-Schuldenkrise im Euro-Raum hineingezogen zu werden. „Wenn der Rest Europas in eine Rezession rutscht, kann es schwierig werden, sie hier in Großbritannien zu vermeiden“, sagte er. „Wir tun alles, was nötig ist, um das Land vor diesem Schuldensturm zu schützen, und alles, was möglich ist, um die Grundlagen für künftiges Wachstum zu schaffen.“

Den Prognosen des unabhängigen Haushaltsbüro OBR zufolge wird das Land in diesem Jahr nur noch etwa halb so viel Wachstum erreichen als bislang erwartet, nämlich von 0,9 Prozent. Im März war es noch von einem Plus von 1,7 Prozent ausgegangen. Für 2012 nahm das OBR die Prognose noch viel deutlicher zurück auf 0,7 Prozent von 2,5 Prozent zurück. Damit stimmen die Vorhersagen grob mit den Prognosen unabhängiger Experten überein. Die Nettoneuverschuldung werde 2012 insgesamt 120 Milliarden Pfund betragen, erklärte Osborne. Im März lautete die Vorhersage noch 101 Milliarden Pfund.

„Werden Großbritannien vor dem Schuldensturm schützen“

Zusätzliche Maßnahmen zur Sanierung der öffentlichen Finanzen wie neue Schulden oder Einschnitte kündigte der Minister nicht an. Die Regierung konzentriert sich gegenwärtig auf Programme, die langfristig das Wachstum stärken sollen, wie die Förderung von Krediten für kleinere Unternehmen oder von Investitionen der Privatwirtschaft in die Infrastruktur.

Mehr als zwei Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sind aufgerufen, am Mittwoch mit einem eintägigen Ausstand gegen die Rentenpläne der Regierung zu protestieren. Die Reform ist Teil des massiven Sparprogramms, mit dem die liberal-konservative Regierung die Verschuldung abbauen will. Der Streik dürfte auch zeigen, wie stark die durch die Gesetzgebung der vergangenen Jahrzehnte geschwächten Gewerkschaften noch sind. Betroffen sind unter anderem Ämter, Schulen, die Müllabfuhr und Flughäfen.

 

 

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