
Handelsblatt: Herr Fahrinkrug, haben Sie heute schon auf der Prognosebörse gehandelt?
Holger Fahrinkrug: Heute noch nicht. Sonst handele ich aber fast täglich. Meistens mache ich das abends, auch wenn meine Frau davon nicht so begeistert ist.
HB: Warum machen Sie mit?
Fahrinkrug: Als Volkswirt habe ich ein professionelles Interesse, ich sehe das aber auch sportlich. Ich habe den Ehrgeiz möglichst gut abzuschneiden.
HB: Worauf kommt es an?
Fahrinkrug: Man braucht eigentlich zwei Gene, um erfolgreich zu sein. Zum einen das des Analysten, um gute Prognosen zu machen. Zum anderen aber auch die Fähigkeiten des Händlers, wenn es um den Umgang mit Risiko und die Verteilung des Kapitals geht. Wegen der niedrigen Liquidität kann man zum Beispiel auch mit short-term trading viel drehen
HB: Was meinen Sie damit?
Das Handelsvolumen ist relativ niedrig, weil es noch nicht so viele Teilnehmer gibt. Dadurch schwanken die Preise stärker und man kann durch kurzfristiges Kaufen und Verkaufen schnell Gewinne machen.
HB: Kann die Prognosebörse zu guten Ergebnissen führen?
Fahrinkrug: Ja, das haben andere Prognosebörsen vor wichtigen Wahlen gezeigt. Die Prognosen dort waren gut. Der Mechanismus ist also richtig, allerdings müssen noch einige Kinderkrankheiten behoben werden.
HB: Welche?
Fahrinkrug: Ein Problem ist die unterschiedliche Gewichtung zwischen den Indikatoren. Mit Wetten auf den Export sind viel höhere Gewinne möglich, als mit den anderen Indikatoren. Das verzerrt das Ergebnis. Ich schätze die ersten zehn bis fünfzehn Spieler in der Rangliste haben ihre Gewinne mit Exportwetten verdient.