ifo-Geschäftsklima-Index
Wirtschaft robust, Stimmung gehoben

Deutsche Unternehmen sind im September verhalten positiver gestimmt als im August. Ifo-Präsident Sinn macht dafür vor allem die „robuste“ Lage der Wirtschaft verantwortlich. Doch es gibt auch Grund zur Sorge.

MünchenIn den Chefetagen der deutschen Wirtschaft herrscht weiterhin Zuversicht. Der ifo-Geschäftsklimaindex, der als ein wichtiges Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft gilt, legte im September erneut leicht auf 108,5 Punkte zu. „Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust“, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Donnerstag in München.

Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage verschlechterte sich etwas: Er sank von 114,8 Punkten im August auf 114 Punkte im September. Die Erwartungen stiegen um 0,1 Punkte auf 103,3 Punkte.

Ihre Lage beurteilten die rund 7000 befragten Firmen zwar schlechter als im Vormonat. Die Aussichten für die kommenden sechs Monaten fielen jeder besser aus. Die Turbulenzen an der Börse durch den VW-Skandal um manipulierte Autos spielen in dem aktuellen Ifo-Index allerdings noch keine Rolle.

So sieht das unter anderem Thomas Gitzel. Die Abgasmanipulationen von VW „dürften das Konjunkturbarometer allerdings nur noch am Rande tangiert haben. Die Sorgen um die Marke 'Made in Germany' werden sich erst in der Oktober-Befragung des Ifo-Instituts niederschlagen“, glaubt der Ökonom der VP Bank Liechtenstein und warnt. „Wir sollten uns aber nichts vormachen: Der Abgasskandal trifft ins Mark der deutschen Industrie. In den Chefetagen der deutschen Unternehmen sorgt man sich um das gute Image deutscher Produkte. Dies könnte sogar schwerer wiegen als die Schuldenproblematik in Griechenland.“

Auch Jörg Zeuner blickt besorgt auf den VW-Skandal. „Die Verkaufszahlen der deutschen Autoindustrie werden wir ab jetzt aber sehr genau im Blick haben müssen. Ihr Wert macht fast ein Fünftel der deutschen Exporte aus, viele Zulieferer produzieren im Inland, und die Automobilindustrie finanziert ein Drittel der deutschen Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Vorerst halten wir an unserer Wachstumsprognose für 2016 von rund zwei Prozent aber fest“, sagt der KFW-Chefvolkswirt.

Immerhin scheinen die an den Finanzmärkten anhaltende Sorge um die chinesische Konjunkturlage und die Wiedereinführung innereuropäischer Grenzkontrollen den Unternehmen nicht die Stimmung zu verderben.„Die deutsche Wirtschaft ist derzeit unerschütterlich. Vermutlich zählt die gutlaufende US-Konjunktur mehr als die schwierige Lage in den Schwellenländern“, analysiert. Gitzel.

Von einer „Stimmung ist derzeit robust wie Teflon“, spricht Holger Sandte. Der Nordea-Ökonom glaubt nicht an eine Eintrübung der Stimmung durch die Probleme in China. „Vielmehr profitieren sie von der robusten Binnennachfrage, der Erholung im Euroraum und den tiefen Ölpreisen“, sagte er.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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