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Ifo-Geschäftsklimaindex: Konjunktur: Die Chancen überwiegen

Die deutsche Wirtschaft kommt überraschend schnell aus dem tiefen Konjunkturtal. Kaum ein anderer Industriestaat hat es geschafft, die Wirtschafts- und Finanzkrise so erfolgreich zu bekämpfen. Das unterstrich am Mittwoch einmal mehr der Ifo-Geschäftsklimaindex, der erneut deutlich stieg.

"Die Wirtschaft in Deutschland erholt sich langsam von ihrem Fall“. Quelle: dpa
"Die Wirtschaft in Deutschland erholt sich langsam von ihrem Fall“. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Eine große Stütze bei dieser Entwicklung sind die wieder anziehenden Exporte, die infolge der weltweiten Konjunkturflaute dramatisch eingebrochen waren. Inzwischen aber ist das Schlimmste überstanden, sagen Ökonomen wie Unternehmen. Die Skepsis hinsichtlich des Auslandsgeschäfts schwindet, so Ifo – auch wenn der Gesamtexport in diesem Jahr nach Schätzung der Industrie- und Handelskammer immer noch 180 Mrd. Euro unter dem Vorjahresniveau von 995 Mrd. Euro liegen wird. Das erklärt sich aber mit dem enormen Absturz Anfang des Jahres.

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Hoffnung signalisiert auch die Entwicklung der Unternehmensgewinne. Mit Blick auf 2010 rechnen selbst Pessimisten mit kräftig steigenden Gewinnen. Grund sind keineswegs nur Kostensenkungen und eine niedrige Ausgangsbasis nach dem vorangegangenen Einbruch. Auch die Aufträge aus dem In- und Ausland springen wieder an. Nach wie vor sinken zwar in diesem Jahr Umsätze, Gewinne und Margen der Firmen. Doch der Trend weist auch für 2009 bereits wieder nach oben. Nachdem die Nettogewinne bei den 30 Dax-Konzernen in den ersten drei Monaten noch um 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr einbrachen, waren es im zweiten Quartal „nur“ 45 Prozent. Statt fünf Mrd. Euro im ersten Quartal fuhren die Konzerne diesmal sieben Mrd. Euro unter dem Strich ein. Bislang mussten die Firmen und Analysten ihre Erwartungen Monat für Monat herunterschrauben, für das zweite Quartal konnten die Konzerne die Prognosen in der Summe erfüllen.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch an den Börsen wider. Der Dax hat seit seinem Tief im März über 50 Prozent zugelegt. Meist gelingt es den Aktienmärkten, konjunkturelle Trendwenden zwölf bis 18 Monate vorwegzunehmen. Demnach müsste die Wirtschaft ab dem Frühjahr richtig an Fahrt gewinnen. Die Investoren setzten vor allem auf konjunktursensible Firmen wie den Stahlriesen Thyssen-Krupp. Auch die Rohstoffbörsen signalisieren Aufschwung. Der CRB-Rohstoffindex, in dem alle wichtigen Rohstoffe zusammengefasst sind, sprang um ein Drittel an, der Ölpreis verdoppelte sich. Investoren glauben an eine Erholung der Weltwirtschaft. Sie erwarten, dass die Industrie mehr Rohstoffe verarbeitet.

Entwarnung gibt es auch von der Europäischen Zentralbank. Nach wie vor liegt der Leitzins auf einem historisch niedrigen Niveau. Die Notenbank ist sich der Risiken für die Konjunkturerholung bewusst und hat signalisiert, den Leitzins nicht anzutasten. Davon nutzen die Banken zwar einiges, um ihre hohen Refinanzierungskosten zu decken und ihre Margen aufzubessern, aber auch die Kreditzinsen für die Kunden sind niedrig. Wenn die Konjunktur nicht gänzlich am Boden liegt, sind niedrige Zinsen eine recht wirkungsvolle Stimulanz.

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