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Chefs haben nicht die beste Stimmung

Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen hat sich im Dezember überraschend eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel von 109,0 Zählern im Vormonat auf 108,7 Punkte.

BerlinDie Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen hat sich im Dezember überraschend eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel um 0,3 auf 108,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet. Die Firmenchefs beurteilten die Lage schlechter, während die Aussichten für das erste Halbjahr 2016 unverändert eingeschätzt wurden.

„Möglicherweise lasten Terror und Flüchtlingskrise doch etwas stärker auf der Stimmung als gedacht“, sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. In den wichtigen Branchen fielen die Ergebnisse allerdings sehr unterschiedlich aus. Im Baugewerbe sowie besonders im Groß- und Einzelhandel trübte sich die Stimmung ein. „Vermutlich wegen des warmen Wetters waren die Einzelhändler etwas weniger zufrieden mit ihrer Lage“, erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zum laufenden Weihnachtsgeschäft. In der Industrie besserte sich das Klima dagegen, weil die Unternehmen optimistisch auf die kommenden sechs Monate blicken. Bei den Dienstleistern ist die Stimmung sogar gut wie nie.

Experten halten den unerwarteten Rückgang nicht für einen Beinbruch. „Das ist ein harmloser Rücksetzer auf hohem Niveau“, sagte der Europa-Chefvolkswirt der Nordea Bank, Holger Sandte. Die deutsche Wirtschaft könne 2016 zwischen 1,5 und 2,0 Prozent wachsen, die Beschäftigung werde steigen. „Viele Länder würden sich solche Aussichten wünschen“, so Sandte.

Sinkende Exporte nach China schürten zuletzt Sorgen vor einem Dämpfer für die exportabhängige deutsche Wirtschaft, zumal auch andere große Schwellenländer wie Brasilien und Russland in Schwierigkeiten stecken. Auch der VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte sorgt für Verunsicherung, ebenso die gewachsene Terrorgefahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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