Ifo-Index
Deutsche Chefs haben gute Laune

Überraschend gut ist die Stimmung in den Chefetagen deutscher Firmen. Trotz Griechenland-Krise steigt der Ifo-Index. Auch die Flaute in großen Schwellenländern setzt deutschen Exporteuren offenbar nicht mehr so zu.
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BerlinDie Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich im Juli überraschend aufgehellt. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg auf 108,0 Zähler von 107,5 Punkten, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Manager-Umfrage mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 107,2 Zählern gerechnet. „Die vorläufige Entspannung bei der Griechenland-Frage trägt zur Stimmungsaufhellung in der deutschen Wirtschaft bei“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Befragten beurteilten Lage und Geschäftsaussichten besser als im Vormonat. Trotz der Griechenland-Krise und der Flaute in großen Schwellenländern hatten die deutschen Exporteure zuletzt ihre Ausfuhren den vierten Monat in Folge gesteigert. Das Bruttoinlandsprodukt hatte zu Jahresbeginn um 0,3 Prozent zugelegt. Die Daten für das zweite Quartal wird das Statistische Bundesamt am 14. August veröffentlichen.

Die Industrie- und die Bauunternehmen stuften ihre Lage zwar etwas weniger glänzend ein, waren aber für die nächsten Monate zuversichtlicher. Umgekehrt war es im Einzelhandel: Die Firmen waren mit dem laufenden Geschäft zufriedener, aber der Ausblick trübte sich ein. Im Großhandel wurden sowohl die Lage als auch der Ausblick rosiger beurteilt.

Der Ifo-Index gilt als Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft und wird monatlich aus der Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Bauwirtschaft ermittelt.

Auch führende Ökonomen hatten diese positive Entwicklung nicht erwartet. „Manchmal kann der Ifo-Geschäftsklimaindex richtig überraschen. Heute ist so ein Tag“, sagte Thomas Gitzel von der VP Bank Liechtenstein. Trotz Börsenturbulenzen in China und den Klagen die deutschen Autobauer über Absatzschwierigkeiten in China und auch der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer, „sind die Unternehmen etwas zuversichtlicher als noch im Monat zuvor. Die Firmen dürften sich vor allem über die stabilere wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone und über die starke Binnenwirtschaft freuen“, sagte er Reuters.

Andreas Scheuerle von der Dekabank sieht besonders die vorläufige Einigung mit Griechenland als größten positiven Effekt an: Das sei „die entscheidende Wende“ gewesen. „Nun können sich die Unternehmen wieder auf die erfreuliche ökonomische Gegenwart konzentrieren."

Ähnlich sieht es KFW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner, mahnt aber, dass echte konjunkturelle Neuigkeiten derzeit Mangelware seien: „Die Binnenkonjunktur läuft gut, aber es gibt keine zusätzlichen Impulse; Weltwirtschaft und Welthandel entwickeln sich unspektakulär; und Europa bleibt auf dem sich schon seit einiger Zeit abzeichnenden, moderaten Erholungskurs.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • So ist der Ifo-Stimmungsindex schon wieder überholt, denn er basiert auf der Zeit um die Griechenland-Einigung herum.
    Zudem ist er als Stimmungsíndex nicht sehr aussagekräftig, denn Stimmungen unterliegen auch vielen privaten Einflüssen.
    Mittlerweile steigt der negative Einfluß etwa aus China dramatisch an. Die Lage in Deutschland ist deutlich volatil und die Politik sehr erfolgreich dabei, die Rahmenbedingungen weiter zu verschlechtern (Euro, EEG, Subventionitis, Frühverrentung, Mindestlohn etc, pp).

    So sollte die aktuell wirksame Stimmung um Etliches schlechter sein, als der olle Ifo-Indikator von Vorgestern noch vorgaukelt.

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